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Rheumatoide Arthritis
Wenn der Körper sich selbst bekämpft …

Rheumatoide Arthritis (RA oder chronische Polyarthritis) ist eine der häufigsten Auto-Immunerkrankungen. Darunter versteht man eine Störung des Immunsystems, das außer Kontrolle gerät und sich gegen den eigenen Körper richtet. Bei Rheumatoider Arthritis handelt es sich um die häufigste entzündliche rheumatische Gelenkserkrankung.

Diese Entzündung führt zu schmerzhaften Schwellungen bis hin zur Zerstörung des Gelenks und Schädigung der inneren Organe.

Rheumatoide Arthritis in Österreich

In Österreich leiden bis zu 80.000 Patienten an rheumatoider Arthritis, Frauen sind drei mal häufiger betroffen als Männer. Die Krankheit tritt meistens im Alter von 40 bis 60 Jahren aus, aber auch immer jüngere Personen sind betroffen. Die Ursache für Rheumatoide Arthritis ist unbekannt und die Krankheit nicht heilbar. Sie kann jedoch durch frühzeitige und richtige Behandlung verzögert oder sogar gestoppt werden. In vielen Fällen wird die Erkrankung jedoch zu spät erkannt und therapiert, auch suchen Betroffene zu spät ärztliche Hilfe. Bereits nach sechs Monaten können so Schäden an Gelenken auftreten, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Daher ist es wichtig, frühzeitig mit einer passenden Therapie zu beginnen.

Erste Symptome früh erkennen!

Erste Anzeichen von rheumatoider Arthritis können Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, starkes Schwitzen, erhöhte Temperatur und Abgeschlagenheit sein. Meist treten Gelenkbeschwerden auf beiden Handgelenken sowie Fingern auf, auch Zehen und Fußgelenke können betroffen sein. Klassische Symptome der Rheumatoiden Arthritis sind Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen, die länger als 6 Wochen andauern.

Betroffene leiden unter Morgensteifigkeit in den Fingern und dem so genannten „Händedruck-Schmerz“. Verspürt man diese oder einige dieser Symptome, sollte man möglichst rasch einen Facharzt für Rheumatologie aufsuchen. Studien zeigen:

Wird Rheumatoide Arthritis nicht behandelt, können ca. 20 Prozent der Patienten durch Gelenkversteifungen und Gelenkverformung nach rund zwei Jahren ihren Beruf nicht mehr ausüben, nach 10 Jahren bereits etwa 50 Prozent. Dazu kommen starke Schmerzen, die für den Patienten oft einen Rückzug aus dem sozialen Leben bedeuten können.

Neue Medikamente geben Hoffnung

Obwohl rheumatoide Arthritis nicht heilbar ist, gibt es moderne biotechnologisch hergestellte Arzneimittel („Biologika“), die punktgenau wirken und den Krankheitsverlauf eindämmen kön- nen. Ziel dieser Behandlung ist es, den Entzündungsprozess und die Gelenkzerstörung aufzuhalten.

Kürzlich hat man einen neuen Angriffspunkt bei Rheumatoide Arthritis entdeckt und herausgefunden, dass das Protein Interleukin-6 (IL-6) bei der Therapie eine zentrale Rolle spielt. Dieser neue Wirkstoff Tocilizumab, ein „Gegenspieler“ von IL-6, verhindert Gelenkentzündungen und bietet so vielen Patienten die Chance, einen krankheitsfreien Zustand („Remssion“) zu erreichen. Das neue Medikament wird seit Oktober von den Krankenkassen bezahlt.

 

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