Rote Pfote: Gemeinsam
Krebs bekämpfen!
Vergleichende Tumorforschung
hilft Mensch und Hund
Es ist allgemein bekannt,
dass Krebs neben
Herz-Kreislauferkrankungen
die häufigste Todesursache
beim Menschen
ist. In Österreich stirbt aber
auch jeder zweite Hund über
zehn Jahre an Krebsarten,
die unseren Tumoren sehr ähnlich bis sogar völlig gleich
sind. Besonders gut vergleichbar
sind Brust-krebs, Knochen-,
Blasen-, Mastzell- und
Lymphdrüsenkrebs sowie
Hautkrebs.
Aber anders als beim Menschen
ist beim tumorkranken
Hund medizinische Behandlung
nicht auto-matisch vorgesehen.
Obwohl auch für
Vierbeiner Tumorchirurgie
und Chemo- und Strahlentherapie
bereits möglich
sind, folgt der Diagnose „Krebs“ oft die Entscheidung,
das Tier einschläfern
zu lassen. Ein wesentlicher
Grund dafür sind sicherlich
auch die hohen Kosten dieser
Therapien. Die volle Behandlung
kann nämlich mit
bis zu 5.000,– Euro zu Buche
schlagen.
Humanmediziner und
Tierärzte forschen
gemeinsam
Im Gegensatz zum Menschen
gibt es für Tiere kaum
neue, erschwingliche Medikamente
gegen Krebs. Um
dies zu ändern, haben sich in
Wien Krebsforscher der Medizinischen
Universität und
der Veterinärmedizinischen
Universität zusammengeschlossen
und den Verein „Rote Pfote“ gegründet.
Im Rahmen der „Roten Pfote“
arbeiten unter anderem
die Humanmediziner Prof.
Dr. Erika Jensen-Jarolim und
Prof. Dr. Edgar Selzer sowie
der Tiermediziner Dr. Michael
Willmann zusammen. Die
Wissenschafter wollen die
biologische Ähnlichkeit zwischen
Mensch und Hund in
parallel laufenden klinischen
Studien zum Wohle von
Zwei- und Vierbeinern nützen.
Menschliche Krebspatienten
profitieren von der gemeinsamen
Forschung insofern,
dass durch die kürzere Lebensdauer
der Tiere auch
die Krebszyklen schneller
ablaufen und daher die Forschungs-ergebnisse
früher
vorliegen. Die vierbeinigen
Patienten wiederum haben
aus den parallelen Studien
folgenden Nutzen, dass die
dabei erprobten Medikamente
nach Abschluss der
Studien nicht nur für Menschen,
sondern auch für Tiere
zur Verfügung stehen.
Neue Hoffnung
für krebskranke
Hunde
An der Tierärztlichen Universität
laufen derzeit zwei
klinische Studien, für die
noch krebskranke Hunde gesucht
werden, die für eine
Operation nicht oder nicht
mehr in Frage kommen.
Betolinsäure lässt
Tumore schrumpfen
Neue Hoffnung gibt es bei
Tumoren, die wegen extremer
Größe oder besonders
ungünstiger Lage nicht zu
operieren sind. Bei dieser
Studie wird Betolinsäure, ein
Extrakt aus Birkenrinde, direkt
in den Krebs injiziert
und bringt diesen zum
Schrumpfen, im Idealfall sogar
zum Verschwinden. Die
Behandlung mit Betolinsäure
erfolgt sechsmal im Wochenabstand
und ist vollkommen
neben-wirkungsfrei.
Für diese Studie werden
Hunde mit allen Arten inoperabler
Tumore – ausgenommen
Mastzelltumor –
gesucht.
Neues Mittel
gegen
Mastzelltumor
Taxol, ein Extrakt aus der
Pazifischen Eibe, ist beim
Menschen gegen viele
Krebsarten hochwirksam.
Hunde reagierten darauf bisher
allergisch. Nun wurde
das Mittel so verändert, dass
es für Hunde eingesetzt werden
kann. Es handelt sich dabei
um eine Form der Chemotherapie.
Das Mittel wird
dreimal im Abstand von jeweils
drei Wochen in die Vene
gespritzt. Es werden nur
Hunde mit nicht operablem
Mastzelltumor gesucht.
Brustkrebs:
Gleicher Impfstoff
für Zwei- und Vierbeiner
Diese Krebsart ist bei
Mensch und Hund gleich
aufgebaut. Das Wachstumsantigen
des Tumors, auf dem
der Impfstoff beruht, ist völlig
ident. Es kann also für
beide der gleiche Impfstoff
verwendet werden. Die Impfung
soll ein weiteres Wachstum
des Krebses und Metastasenbildung
verhindern. Die
in Vorbereitung befindliche
Studie wird gleichzeitig an
Mensch und Hund laufen.
Gesucht: Hunde mit nicht
operierbaren Gesäugetumoren
(Brustkrebs).
Die Behandlung der an den
Studien teilnehmenden Hunde
ist kostenlos. Die Tiere
sollten nicht vorbehandelt
sein.
Nähere Auskünfte:
Dr. Michael
Willmann, 01/25077-6870 oder -5137
michael.willmann@vu-wien.ac.at
Wie
Sie den Verein „Rote Pfote“
unterstützen können, erfahren
Sie unter www.rotepfote.at.
Mehr zum Thema auf: www.bezirks-tv.at
Tierärztin Dr. Herta Puttner
Suppégasse 11, 1130 Wien
Tel.: 01/877 88 56
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