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Der Dozent des Glücks
Tal Ben-Shahar leitet an der Harvard-Universität
die erfolgreichste Lehrveranstaltung
Im Jahr 2002 begann der
junge Dozent an der legendären
Harvard-Universität
(USA) über das Glück zu
unterrichten. Acht Studenten
hörten zu, zwei davon verschwanden
wieder. Zwei Jahre
später drängten sich 855
Hörer im Saal. „Glück“ war
zur mit Abstand größten
Lehrveranstaltung der Univer-sität
geworden.
Der in Israel und den USA
aufgewachsene Wissenschafter
kann sich an jenes Ereignis,
das ihn zum Thema „Glück“ gebracht hat, genau
erinnern. Mit 16 Jahren war
er in seinem Geburtsland
Staats-meister im Squash geworden.
Kurz vor und kurz
nach der Erringung dieses Titels
befand er sich in einem
rauschhaften Glückszustand.
Doch als sein Titel ein paar
Stunden alt war, überkam
ihn tiefe Trauer: „Und das
soll alles gewesen sein?“
Das großartige Buch, in dem
er seine wesentlichen Erkenntnisse
rund ums Glück
zusammenfasste, trägt richtigerweise
den schlichten Titel „Glücklicher“. Also die
Steigerungsstufe von „glücklich“.
Warum?
„Anstatt …zu überlegen, ob
wir glücklich sind oder nicht,
sollten wir uns fragen: ‚Wie
kann ich glück-licher werden?’.
Diese Frage berücksichtigt
sowohl die Natur des
Glücks als auch die Tatsache,
dass das Streben nach Glück
ein fortlaufender Prozess
ist… und nicht an einem bestimmten
Punkt endet.“
Glück ist machbar
Ausgangspunkt der Arbeit
am „Glücklicher“-Werden ist
die grundlegende Definition
des Glücksbe-griffs: „Glück
ist die umfassende Erfahrung
von Lebensfreude und Bedeutung.“
An den beiden Da-seins-Dimensionen „Lebensfreude“
und „Bedeutung“ setzt Tal
Ben-Shahar an.
Nur wenn wir jene Dinge,
die wir mit Vergnügen, mit
Glück, mit Begeisterung erlebt
haben, auch schätzen,
kann sich ein stabiles Gefühl
der Lebensfreude einstellen.
Nur wenn wir unsere Aktivitäten
im Beruf und in der
Gesellschaft positiv erleben,
kann das Gefühl von „Bedeutung“
entstehen.
Wollen wir also „glücklicher“
werden, sollten wir uns jeden
Tag darum bemühen, Vergangenes,
das wir positiv erlebt
haben, zu schätzen, damit
die Lebensfreude irgendwann „automatisch“ auch
zum Glücksbestand der Gegenwart
wird.
Und: Je bewusster und aktiver
wir eine gute Atmosphäre
im Beruf, mit der Familie
und mit Freunden herstellen,
umso leichter werden wir
Anerkennung und Respekt
erzielen.
Es ist nie zu spät
Ben-Shahar gibt in seinem
Buch „Glücklicher“ jede
Menge „Hausaufgaben“. Er
rät, mithilfe fester Rituale einerseits
die Erkenntnis der
eigenen Vergangenheit in
den Bereichen Lebensfreude
und Bedeutung zu erfassen,
andererseits empfiehlt er,
den Weg zum „Glücklicher“-Sein geplant und strukturiert
einzuschlagen. Sein Zauberwort: „Rituale“. Er schlägt
vor, zwei bis drei Mal pro Tag
Meditationszeit zu nehmen,
er legt nahe, ein tägliches „Dank“-Tagebuch zu führen.
Wenn man die packende
Beschreibung seiner vier „Glücks“-Typen liest, beginnt
man unweigerlich, seine
ganze Umgebung zu analysieren.
Aber unweigerlich
auch sich selbst. Dann lautet
die Frage: Bin ich ein „Karriere“-Typ, bin ich ein „Nihilismus“-Typ, bin ich ein „Hedonismus“-Typ oder befinde
ich mich bereits in der Meisterklasse – als „Glücks“-Typ
(=jemand, dessen Lebensfreude
und Bedeutung sich
in Gegenwart und Zukunft
realisiert).
Das Buch bringt zahllose
aufrüttelnde, anregende und
begeisternde Einsichten. Die
stärkste von allen: Es ist nie
zu spät. Jede und jeder kann
heute beginnen, mit voller
Kraft auf den „Glücklicher“-
Kurs einzuschwenken!
Buch-Tipp:
Tal Ben-Shahar
„Glücklicher“
256 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-570-50083-5
Riemann Verlag, 2007
EUR 15,40
Bestellbar unter:
www.randomhouse.de
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