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Der talentierte Schüler und seine Feinde

 

 


 

 

Talentefriedhof Schule?

Der talentierte Schüler und seine Feinde
Ein erfrischend-erschreckendes Aufweckbuch

„Würde man einen Chirurgen mit einer Zeitmaschine um 50 Jahre in einen Operationssaal zurück-versetzen und von ihm verlangen, dort einen Menschen zu operieren, würde er das wohl empört als Aufforderung zur fahrlässigen Tötung zurückweisen. Ein Lehrer, den man mit derselben Zeitmaschine um 50 Jahre zurück in ein Klassenzimmer schickt, könnte, ohne große Unterschiede zu erkennen, sofort mit seinem gewohnten Unterricht fortfahren.“

Wahr, traurig wahr, was da bereits auf dem Klappentext des Buches „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ von Andreas Salcher (ecowin-Verlag) zu lesen ist. Nicht nur für Menschen, denen man in der Schulzeit das Rückgrat gebrochen hat, sondern auch für solche, die an einer zeitgemäßen Pädagogik interessiert sind, liegt hier ein „Muss“-Buch vor.

Gesucht: der brave Regelschüler

„Ein Schulmeister hat lieber zehn notorische Esel als ein Genie in der Klasse, und genau betrachtet hat er recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner“, schrieb Hermann Hesse. Und heute?

Ein Beispiel: „Eine fiktive Schülerin hat großartige literarische Fähigkeiten und ist in Mathematik durchschnittlich. Wenn ihr die Mathematiklehrerin dann sagt, dass sie doch mit viel Fleiß auch in Mathematik ein ‚Sehr gut’ bekommen kann, dann wird die Schülerin, die vielleicht auch nicht zum Aufbegehren neigt, alles tun, um die Mathematiklehrerin zufriedenzustellen. Dafür wird sie dann aber ihr eigentliches herausragendes Talent, das Schreiben, vernachlässigen, weniger lesen und ins Theater gehen.“ Was bedeutet: „Wir konzentrieren uns also auf die Löcher im Käse und nicht auf den Käse.“

Talent schadet auch Lehrern!

Eine der wesentlichen Ursachen für eine Schulsituation, die Einzeltalente als Störfaktor sieht, ist im Ausbildungssystem und im Klima der Lehrer untereinander zu finden. Genau so, wie der talentierte Schüler „stört“, so stört auch der talentierte Lehrer.

Wie es sein sollte

„Die wichtigste Aufgabe der Erziehung besteht darin, ein Umfeld zu schaffen, das bei Schülern Glückserlebnisse auslöst, wenn sie ihre Talente ausüben – zu ihrem eigenen Nutzen und dem der Gesellschaft. Der wichtigste individuelle Faktor, der über Erfolg oder Scheitern begabter Kinder entscheidet, ist, dass die später Erfolgreichen in der Pubertät sehr konzentriert und mit hohem Zeitaufwand ihr Talent ausüben, es zu ihrem wichtigsten Lebensinhalt machen.“

Andreas Salcher verschweigt nicht, dass auch Eltern gefordert sind, an der Talententwicklung ihres Kindes mitzuwirken: „Die wichtigste Verantwortung von Eltern besteht darin, alles zu tun, damit ihre Kinder die bestmöglichen Lehrer bekommen – und diese Entscheidung nicht nur als gottgegeben zu akzeptieren. Es gibt sogar Kinder, die mit Absicht durchfallen, nur um einem bestimmten Lehrer zu entgehen, von dem sie sich verfolgt fühlen. So schwierig das meistens aufgrund der äußeren Umstände auch sein mag, im Ernstfall ist es dann notwendig und richtig, die Schule zu wechseln, bevor Jahre des Kindes vergeudet werden.“

Buch-Tipp:

Dr. Andreas Salcher
„Der talentierte Schüler und seine Feinde“

256 Seiten, gebunden
ISBN: 9-783902-404558
Ecowin Verlag 2008, Salzburg
EUR 19,95

erhältlich im Buchhandel

 

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