GESUND & VITAL
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Alexandra Zotter

 

 


 

 

Traditionell Chinesische Medizin
Der Mensch als ganzheitliches Wesen

Die Traditionell Chinesische Medizin (TCM) ist eine Heilmethode, die in China seit rund 3.000 Jahren praktiziert wird. Das Herausragende an dieser Therapieform ist, dass der Mensch als ganzheitliches Wesen erfasst wird. Ganzheitlich bedeutet, nicht nur der Körper, sondern auch der Geist, die Umwelt und die Lebensumstände werden berücksichtigt. Ziel der TCM ist und war es, die Gesundheit des Menschen zu erhalten. So haben TCM-Ärzte z.B. nur solange einen Lohn erhalten, solange der Patient gesund war. Ist er krank geworden, bekamen sie keinen Lohn.

Die Traditionell Chinesische Medizin umfasst verschiedene Therapieformen wie z.B. Akupunktur, Tuina Massage und auch die chinesische Ernährungslehre – oder auch „Ernährung nach den Fünf Elementen“ genannt. Die „Fünf Elemente“ spiegeln sich in vielen Bereichen des Lebens wider: Jahreszeit, Klima, Himmelsrichtung, Lebensphase, Emotionen, Organen uvm.

  • Element Holz: entspricht dem Frühling, ist grün und beinhaltet saure Nahrungsmittel wie z.B. Essig oder auch Zitrusfrüchte
  • Element Feuer: entspricht dem Sommer, ist feurig rot und beinhaltet bittere Nahrungsmittel wie z.B. Mohn oder Kaffee
  • Element Erde: entspricht der Übergangszeit (Chin. Dojo = Zwischenjahreszeit), ist erdig gelb und beinhaltet süße Nahrungsmittel wie z.B. Karotten oder auch Rohrzucker
  • Element Metall: entspricht dem Herbst, ist metallisch silber/weiß und beinhaltet scharfe Nahrungsmittel wie z.B. Curry oder Radieschen
  • Element Wasser: entspricht dem Winter, ist blau/schwarz und beinhaltet salzige Nahrungs-mittel wie z.B. Fisch oder auch Bohnen

Für die chinesische Ernährungslehre ist es wichtig, folgende Faktoren zu betrachten:

  • Thermik: Wärmt oder kühlt das Lebensmittel?
  • Geschmack: z.B. sauer, wie die Zitrone; zieht zusammen und hilft, die Säfte im Körper zu bewahren; wird eingesetzt, um übermäßiges Schwitzen zu verhindern
  • Jahreszeit: Wärmendes wie Kürbis und Fenchel für die Küche im Winter, Kühlendes wie erfrischende Blattsalate und saftige Beeren im Sommer
  • Wirkungsrichtung: Der scharfe Curry bewegt die Energie nach oben.

Der Therapeut wählt – nach einer ausführlichen Erstanamnese – gezielt jene Nahrungsmittel aus, welche die Konstitution des Klienten sowie das energetische Ungleichgewicht berücksichtigen. „Ein Ernährungsfahrplan nach der TCM wird sozusagen auf die jeweilige Person maßgeschneidert“, so TCM-Expertin Alexandra Zotter. „Wichtig ist es auch, die Lebensumstände miteinzubeziehen, denn die Klienten müssen die Empfehlungen auch im täglichen Leben umsetzen können.“

Geheimnis der TCM-Küche

In der chinesischen Kochkunst werden alle fünf Geschmacksrichtungen – sauer, bitter, süß, scharf und salzig – in ein Essen verpackt. Damit erhalten wir ein harmonisches, geschmacklich abgerunde-tes Gericht, bei dem jedes Organ des Körpers mit Energie versorgt wird. Die Zutaten werden „im Kreis herum“ in den Kochtopf gegeben, wobei die Nahrungsmittel und Kräuter in der Nahrungs-mitteltabelle dem jeweiligen Element zugeordnet werden. Das Kochen im Kreis – oder auch im Fütterungszyklus – spiegelt den Gang der Energie durch die „Fünf Elemente“ wider.

 

Kochen im Kreis

Das „Kochen im Kreis“ bzw. „im Fütterungszyklus“:
Gang der Energie durch die „Fünf Elemente“

 

Jedes Lebensmittel stärkt und nährt ein bestimmtes Organ oder einen Wirkungskreis. Kein Organ soll „verhungern“, daher ist es wichtig, mit einem Gericht alle Geschmäcker und somit Elemente anzusprechen. „Besonders in unseren Breiten essen die Leute oft zu viel Süßes. Das heißt, das Element Erde wird überfüttert und andere Organe haben einen Mangel. So können Disbalancen entstehen“, weiß Alexandra Zotter. Es ist natürlich kein Muss, die Gerichte in dieser Form zu kochen. Untersuchungen haben jedoch bewiesen, dass die Bekömmlichkeit der Speisen steigt und auch die Kreativität des Koches!

Frühjahrsmüdigkeit ade –
Die sanfte Reinigung und Entgiftung nach der TCM

Der Frühling als Zeit des Neubeginns eignet sich hervorragend für eine sanfte Reinigungs- und Entgiftungskur. Die traditionell chinesische Medizin arbeitet dabei gerne mit Getreidekuren. Als Getreide eignen sich besonders Reis, Hirse, Quinoa oder auch Gerste und Grünkern. „Auch hier wird die Getreidesorte idealerweise auf den Klienten abgestimmt. Die Reiskur mittels Reiscongee ist wohl die bekannteste der TCM und für einen Großteil der Klienten empfehlenswert“, so Zotter.

Die Kur: (Voraussetzung: 100%-ige Gesundheit, keinesfalls nach Krankheiten!)

  • Dauer: mindestens drei, max. zwölf Tage. Als Beginn der Kur eignet sich besonders ein verlängertes Wochenende, damit man auch mental entspannen kann.
  • Speiseplan: Eine Sorte Getreide, eine Sorte gedämpftes Gemüse, kleine Mengen kalt-gepresstes Öl sowie frische Kräuter/Sprossen wie z.B. Alfa Alfa und Radieschen-Sprossen. Oder alternativ eine Sorte Getreide sowie eine Sorte gedünstetes Obst. Das Obst muss natürlich süß sein, denn saure Obstsorten sind aufgrund der zusammenziehenden Wirkung kontraproduktiv. Als Gemüse eignen sich junge, grüne Gemüsesorten wie z.B. Spinat, Bärlauch, Kraut etc. Die Getreidesorte wird während der gesamten Kurdauer beibehalten. Obst und Gemüse kann tageweise gewechselt werden.
  • Getränke: „Heißes Wasser“ (10 Minuten am Herd gekocht) und zusätzlich 1-2 Tassen Brennesseltee, Benediktendistel, Löwenzahnblätter, Birkenblätter, Ringelblume. Wer zu Kältegefühl neigt, trinkt am besten Kümmel- oder Fencheltee.
  • Unterstützen kann man die Kur auch noch mit einem Leberwickel. Dazu füllt man einen Thermophor mit heißem Wasser, tränkt ein Gästehandtuch in warmem Wasser und legt zuerst das Handtuch und dann den Thermophor auf den Bauch (rechts unter den Rippen-bogen). Dann kommt noch ein großes Handtuch darüber, damit nichts feucht wird. Rund 30 Minuten ruhig liegen bleiben. Als Zeitpunkt eignet sich besonders nachmittags von 13 bis 15 Uhr, hier ist die Leber besonders aktiv.

Folgende Nahrungsmittel sind während der Kur tabu:

  • Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol
  • Zucker, Süßungsmittel, Süßigkeiten
  • Milchprodukte
  • tierisches Eiweiß
  • Müsli, Brot etc.
  • ungekochtes Obst und Gemüse
  • saures Obst und Gemüse
  • Rohkost
  • Salz

Eines ist Alexandra Zotter besonders wichtig zu betonen: „Während der Kur darf kein Hungergefühl entstehen, daher immer ausreichende Mengen essen. Sonst kann es zu Unruhe, Frustration und Heißhunger kommen. All das belastet die Leber und behindert den Reinigungsprozess, denn die Leber ist das Hauptentgiftungsorgan des Körpers!“

Experten-Tipp:
Mag. Alexandra Zotter
Dipl. Ernährungsberaterin nach der Traditionell Chinesischen Medizin
Reisnerstraße 3/18, 1030 Wien, Tel.: 0699/12669447
info@PanGu.at, www.PanGu.at
Arbeitsschwerpunkte: Individuelles Ernährungscoaching, Kochkurse, Vorträge


Rezept-Tipp:
REIS-CONGEE (GRUNDREZEPT)

100 g Reis (Vollkornreis: Langkorn, Rundkorn; Basmati) in 1l Wasser zum Kochen bringen; dann 3-4 Stunden auf kleinster Flamme köcheln lassen. Hohen Topf verwenden, da Reis sonst übergeht (großer Topf und kleine Herdplatte). Congee kann für mehrere Tage vorgekocht und in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Wirkung des Gerichts:

  • nährend
  • stärkt den mittleren Erwärmer (Milz)
  • baut Qi (Energie) und Yin (Säfte) auf
  • Reis stärkt Milz, Magen und Qi; leitet Feuchtigkeit und Schleim aus

 

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