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Traditionell
Chinesische
Medizin
Der Mensch als ganzheitliches Wesen
Die Traditionell Chinesische
Medizin (TCM)
ist eine Heilmethode,
die in China seit rund 3.000
Jahren praktiziert wird. Das
Herausragende an dieser
Therapieform ist, dass der
Mensch als ganzheitliches
Wesen erfasst wird. Ganzheitlich
bedeutet, nicht nur
der Körper, sondern auch
der Geist, die Umwelt und
die Lebensumstände werden
berücksichtigt. Ziel der TCM
ist und war es, die Gesundheit
des Menschen zu erhalten.
So haben TCM-Ärzte
z.B. nur solange einen Lohn
erhalten, solange der Patient
gesund war. Ist er krank geworden,
bekamen sie keinen
Lohn.
Die Traditionell Chinesische
Medizin umfasst verschiedene
Therapieformen wie z.B.
Akupunktur, Tuina Massage
und auch die chinesische Ernährungslehre – oder auch „Ernährung nach den Fünf
Elementen“ genannt. Die „Fünf Elemente“ spiegeln
sich in vielen Bereichen des
Lebens wider: Jahreszeit, Klima,
Himmelsrichtung, Lebensphase,
Emotionen, Organen
uvm.
- Element Holz: entspricht
dem Frühling, ist grün und
beinhaltet saure Nahrungsmittel
wie z.B. Essig oder
auch Zitrusfrüchte
- Element Feuer: entspricht
dem Sommer, ist feurig rot
und beinhaltet bittere Nahrungsmittel
wie z.B. Mohn
oder Kaffee
- Element Erde: entspricht
der Übergangszeit (Chin. Dojo
= Zwischenjahreszeit), ist
erdig gelb und beinhaltet süße
Nahrungsmittel wie z.B.
Karotten oder auch Rohrzucker
- Element Metall: entspricht
dem Herbst, ist metallisch silber/weiß und beinhaltet
scharfe Nahrungsmittel wie
z.B. Curry oder Radieschen
- Element Wasser: entspricht
dem Winter, ist blau/schwarz
und beinhaltet salzige Nahrungs-mittel
wie z.B. Fisch
oder auch Bohnen
Für die chinesische Ernährungslehre
ist es wichtig, folgende
Faktoren zu betrachten:
- Thermik: Wärmt oder kühlt
das Lebensmittel?
- Geschmack: z.B. sauer, wie
die Zitrone; zieht zusammen
und hilft, die Säfte im Körper
zu bewahren; wird eingesetzt,
um übermäßiges Schwitzen
zu verhindern
- Jahreszeit: Wärmendes wie
Kürbis und Fenchel für die
Küche im Winter, Kühlendes
wie erfrischende Blattsalate
und saftige Beeren im Sommer
- Wirkungsrichtung: Der scharfe
Curry bewegt die Energie
nach oben.
Der Therapeut wählt – nach
einer ausführlichen Erstanamnese – gezielt jene Nahrungsmittel
aus, welche die
Konstitution des Klienten sowie
das energetische Ungleichgewicht
berücksichtigen. „Ein Ernährungsfahrplan
nach der TCM wird
sozusagen auf die jeweilige
Person maßgeschneidert“, so
TCM-Expertin Alexandra
Zotter. „Wichtig ist es auch,
die Lebensumstände miteinzubeziehen,
denn die Klienten
müssen die Empfehlungen
auch im täglichen Leben
umsetzen können.“
Geheimnis der
TCM-Küche
In der chinesischen Kochkunst
werden alle fünf Geschmacksrichtungen – sauer,
bitter, süß, scharf und salzig –
in ein Essen verpackt. Damit
erhalten wir ein harmonisches,
geschmacklich abgerunde-tes
Gericht, bei dem jedes
Organ des Körpers mit
Energie versorgt wird. Die
Zutaten werden „im Kreis
herum“ in den Kochtopf gegeben,
wobei die Nahrungsmittel
und Kräuter in der
Nahrungs-mitteltabelle dem jeweiligen Element zugeordnet
werden. Das Kochen im
Kreis – oder auch im Fütterungszyklus – spiegelt den
Gang der Energie durch die „Fünf Elemente“ wider.
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Jedes Lebensmittel stärkt
und nährt ein bestimmtes
Organ oder einen Wirkungskreis.
Kein Organ soll „verhungern“,
daher ist es wichtig,
mit einem Gericht alle
Geschmäcker und somit Elemente
anzusprechen. „Besonders
in unseren Breiten
essen die Leute oft zu viel
Süßes. Das heißt, das Element
Erde wird überfüttert
und andere Organe haben einen
Mangel. So können Disbalancen
entstehen“, weiß
Alexandra Zotter. Es ist natürlich
kein Muss, die Gerichte
in dieser Form zu kochen.
Untersuchungen haben
jedoch bewiesen, dass die
Bekömmlichkeit der Speisen
steigt und auch die Kreativität
des Koches!
Frühjahrsmüdigkeit ade –
Die sanfte Reinigung und
Entgiftung nach der TCM
Der Frühling als Zeit des
Neubeginns eignet sich hervorragend
für eine sanfte
Reinigungs- und Entgiftungskur.
Die traditionell
chinesische Medizin arbeitet
dabei gerne mit Getreidekuren.
Als Getreide eignen sich
besonders Reis, Hirse, Quinoa
oder auch Gerste und
Grünkern. „Auch hier wird
die Getreidesorte idealerweise
auf den Klienten abgestimmt.
Die Reiskur mittels
Reiscongee ist wohl die bekannteste
der TCM und für
einen Großteil der Klienten
empfehlenswert“, so Zotter.
Die Kur: (Voraussetzung: 100%-ige
Gesundheit, keinesfalls
nach Krankheiten!)
- Dauer: mindestens drei,
max. zwölf Tage. Als Beginn
der Kur eignet sich besonders
ein verlängertes Wochenende,
damit man auch mental
entspannen kann.
- Speiseplan: Eine Sorte Getreide,
eine Sorte gedämpftes
Gemüse, kleine Mengen kalt-gepresstes Öl sowie frische
Kräuter/Sprossen wie z.B. Alfa
Alfa und Radieschen-Sprossen.
Oder alternativ eine Sorte
Getreide sowie eine Sorte
gedünstetes Obst. Das Obst
muss natürlich süß sein, denn
saure Obstsorten sind aufgrund
der zusammenziehenden
Wirkung kontraproduktiv.
Als Gemüse eignen sich junge,
grüne Gemüsesorten wie
z.B. Spinat, Bärlauch, Kraut
etc. Die Getreidesorte wird
während der gesamten Kurdauer
beibehalten. Obst und
Gemüse kann tageweise gewechselt
werden.
- Getränke: „Heißes Wasser“
(10 Minuten am Herd gekocht)
und zusätzlich 1-2 Tassen
Brennesseltee, Benediktendistel,
Löwenzahnblätter,
Birkenblätter, Ringelblume.
Wer zu Kältegefühl neigt, trinkt
am besten Kümmel- oder
Fencheltee.
- Unterstützen kann man die
Kur auch noch mit einem Leberwickel.
Dazu füllt man einen
Thermophor mit heißem
Wasser, tränkt ein Gästehandtuch
in warmem Wasser und
legt zuerst das Handtuch und
dann den Thermophor auf
den Bauch (rechts unter den
Rippen-bogen). Dann kommt
noch ein großes Handtuch
darüber, damit nichts feucht
wird. Rund 30 Minuten ruhig
liegen bleiben. Als Zeitpunkt
eignet sich besonders nachmittags
von 13 bis 15 Uhr,
hier ist die Leber besonders
aktiv.
Folgende Nahrungsmittel
sind während der Kur tabu:
- Kaffee, schwarzer Tee,
Alkohol
- Zucker, Süßungsmittel,
Süßigkeiten
- Milchprodukte
- tierisches Eiweiß
- Müsli, Brot etc.
- ungekochtes Obst
und Gemüse
- saures Obst und Gemüse
- Rohkost
- Salz
Eines ist Alexandra Zotter
besonders wichtig zu betonen: „Während der Kur darf
kein Hungergefühl entstehen,
daher immer ausreichende
Mengen essen. Sonst
kann es zu Unruhe, Frustration
und Heißhunger kommen.
All das belastet die Leber
und behindert den Reinigungsprozess,
denn die Leber
ist das Hauptentgiftungsorgan
des Körpers!“
Experten-Tipp:
Mag. Alexandra Zotter
Dipl. Ernährungsberaterin nach der
Traditionell Chinesischen Medizin
Reisnerstraße 3/18, 1030 Wien,
Tel.: 0699/12669447
info@PanGu.at, www.PanGu.at
Arbeitsschwerpunkte: Individuelles Ernährungscoaching,
Kochkurse, Vorträge
Rezept-Tipp:
REIS-CONGEE
(GRUNDREZEPT)
100 g Reis (Vollkornreis:
Langkorn, Rundkorn; Basmati)
in 1l Wasser zum Kochen
bringen; dann 3-4
Stunden auf kleinster Flamme
köcheln lassen. Hohen
Topf verwenden, da Reis
sonst übergeht (großer Topf
und kleine Herdplatte).
Congee kann für mehrere
Tage vorgekocht und in einem
verschlossenen Behälter
im Kühlschrank aufbewahrt
werden.
Wirkung des Gerichts:
- nährend
- stärkt den mittleren
Erwärmer (Milz)
- baut Qi (Energie) und Yin
(Säfte) auf
- Reis stärkt Milz, Magen
und Qi; leitet Feuchtigkeit
und Schleim aus
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