 
|
 |
Laktoseintoleranz
Häufigste Nahrungsmittelunverträglichkeit weltweit!
Die Laktoseintoleranz,
auch als Milchzuckerunverträglichkeit
bezeichnet,
ist die weltweit mit
Abstand am häufigsten verbreitete
Nahrungsmittelunverträglichkeit.
In vielen Regionen
der Welt ist diese Verdauungsstörung
eigentlich
der Normalfall: So leiden in
Südostasien fast 100% der
Bevölkerung an einem Laktasemangel
(darum bekommt
man bei einem Thailandurlaub
auch nur selten
Milch angeboten), in Südamerika
ca. 70%, in Schweden
dagegen nur 2%. In Österreich
sind schätzungs-weise
15-25% der Bevölkerung
betroffen.
Enzymmangel
Bei einer Milchzuckerunverträglichkeit
fehlt im Darm
das Verdauungsenzym Laktase,
welches den mit der
Nahrung aufgenommenen
Milchzucker (=Laktose) normalerweise
verdaut. Gelangt
unver-dauter Milchzucker
aber in den Dickdarm, wird
er von den dort ansässigen
Darmbakterien aufge-nommen
und vergoren. Die Gärungsprodukte
verursachen
dann die typischen Symptome
wie Blähungen und
Durchfall. Generell ist die
Produktion des Enzyms Laktase
im Erwachsenenalter
gegenüber Säuglingsalter
und Kindheit stark vermindert.
Das erklärt, warum die
Symptome einer Milchzuckerunverträglichkeit
oft erst
mit zunehmendem Lebensalter
auftreten. Eigentlich ist es
der intensiv betriebenen
Milchwirtschaft zu verdanken,
dass wir Milchprodukte
auch als Erwachsene so gut
vertragen, weil sich unser
Körper an die Ernährung gewöhnt
hat und vermehrt
Laktase produziert. Nicht zu
verwechseln ist die Laktoseintoleranz übrigens mit einer
echten Allergie gegen Kuhmilch-Eiweiß, die bei Säuglingen
häufig vorkommt und
durchaus ernste Symptome
bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen auslösen
kann!
Laktasemangel kann verschiedene
Ursachen haben.
Neben der schon erwähnten
weltweiten Verbrei-tung eines
relativen Laktasemangels,
der genetisch bestimmt ist,
gibt es auch eine angeborene
absolute Laktoseintoleranz,
bei der das Enzym Laktase überhaupt nicht gebildet
werden kann. Diese Erkrankung
führt aber zu einer
schweren Beeinträchtigung
des Wachstums und der Kindesent-wicklung
und muss behandelt
werden. Auch diverse
Krankheiten unseres Verdauungssystems
können eine
Laktoseunverträglichkeit
auslösen. Bakterielle und virale
Darmentzündungen,
chroni-sche Darmentzündungen,
Zöliakie, Darmoperationen,
Strahlen- und Chemotherapie
bei Krebs, aber auch
chronischer Alkoholmissbrauch
sind mögliche Ursachen
einer erworbenen Laktoseintoleranz.
Quälende
Beschwerden
Die meisten Betroffenen
reagieren nach dem Konsum
von Milch und Milchprodukten
mit Blähungen und übelriechenden
Darmwinden,
Unwohlsein, Bauchdrücken
und Bauchkrämpfen, Übelkeit,
Erbre-chen, aber auch
Durchfällen. Je nach dem
Grad des Laktasemangels
können die Symptome sehr
mild bis aggressiv auftreten
und nehmen natürlich mit
der Menge des konsumierten
Milchzuckers zu. Wer sich über diese Verdauungsstörung
hinwegsetzt, löst eine
ständige Reizung der Darmschleim-haut
aus, die mit der
Zeit irreparabel geschädigt
wird. Damit können dann lebenswichtige
Nährstoffe, Vitamine
und Mineralien nicht
mehr aus der Nahrung aufgenommen
werden. Es kommt
zu schweren Mangelerscheinungen.
Auf jeden Fall wird
bei einer Unverträglichkeit
von Milchprodukten das für
den Knochen wichtige Kalzium
zu wenig zugeführt. Das
fördert das Entstehen der gefürchteten
Osteoporose, einer
Knochenerkrankung, die
häufig zu vermehrten Knochenbrüchen
führt. Menschen
mit einer Laktoseintoleranz
müssen daher unbedingt
Kalzium und Vitamin
D als Nahrungsergänzung
einnehmen.
Zur Diagnose
Die meisten Betroffenen
kommen durch eine exakte
Selbstbeobachtung bereits
zur Diagnose. Machen Sie einen
Diättest: Wenn durch eine
laktosefreie Diät über
mehrere Tage die Beschwerden
verschwinden, dann ist
eine Laktoseintoleranz sehr
wahrscheinlich. Für eine solche
Diät müssen Sie alle
Milchprodukte meiden. Achten
Sie auf versteckten
Milchzucker in vielen Fertiggerichten
und Medikamenten.
Um noch sicherer zu
sein, können Sie nach einer
solchen Diät einen Expositionstest
durchführen. Trinken
Sie ein Glas Wasser mit darin
aufgelösten 50 bis 100g
Milchzucker. Treten danach
innerhalb kurzer Zeit die bekannten
Symptome wieder
auf, besteht eine Laktoseintoleranz.
Milchzuckerlösungen
sind in Apotheken und
Drogerien erhältlich. Ist
durch Selbstbeobachtung die
Diagnose nicht eindeutig zu
belegen, stehen diverse medizinische
Tests zur Verfügung
(H2-Atemtest, Blutzucker-Test, Gentest, Entnahme
einer Gewebsprobe).
So wird
behandelt
Die meisten Arten des Laktasemangels
(natürlich, angeboren)
sind nicht heilbar. Ein
erworbener Laktasemangel
nach bestimmten Krankheiten
kann sich manchmal wieder
geben, wenn die Grundkrankheit
erfolgreich behandelt
wurde. Generell kann
man die Beschwerden durch
eine milchzuckerarme bis
-freie Diät, die man lebenslang
einhalten muss, reduzieren.
Der meiste Milchzucker
ist dabei in der normalen
Kuhmilch enthalten. Vergorene
Milchprodukte wie Buttermilch,
Joghurt, Schlagobers
und Käse enthalten dagegen
weniger Milchzucker.
Je länger ein Lebensmittel
gereift ist, desto kleiner ist
generell der Gehalt an
Milchzucker. Sauermilchprodukte
werden trotz eines hohen
Gehalts an Laktose
meist wesentlich besser vertragen.
Diese Lebensmittel
enthalten viele Milchsäurebakterien,
die noch nach dem
Verzehr dieser Speisen den
Milchzucker
im
Darm des Menschen aufspalten
können. Er gelangt damit
nicht in den Dickdarm.
Leider ist Laktose vielen anderen
Nahrungsmitteln wie
Brot, Fertigprodukten im Supermarkt,
Wurst- und Teigwaren
oder auch diversen
Süßigkeiten zugesetzt. Da
aber seit kurzem per Verordnung
Milchzucker auf der
Packung angeführt werden
muss, können Sie sich selbst
von der Unbedenk-lichkeit
eines Produktes überzeugen.
Mittlerweile gibt es als Alternative
auch laktosearme
Milch und fermentierte
Milchprodukte mit lebenden
Laktobazillen, die generell
gut vertragen werden. Milch-zucker
ist übrigens als Bindemittel
auch in vielen Medikamenten
enthalten. Ihr Arzt
oder Apotheker kann Ihnen
jedoch milchzuckerfreie Alternativen
nennen.
Ergänzend zu einer Diät
kann das Verdauungsenzym
Laktase auch in Form von
Kapseln oder Kautabletten
zugeführt werden. Die Produkte
müssen bereits im Magen
wirken. Ihre Dosierung
sollte dem Gehalt an Milchzucker
in der Nahrung angepasst
werden. Dies ist oft
schwer abzuschätzen und bedarf
einiger Erfahrung.
Bleibt also im Grunde genommen
nur die richtige Ernährung,
bei der wir Ihnen
gerne behilflich sind!
Facharzt-Tipp:
Dr. Thomas Schwingenschlögl
Reisenbauerring 5/1/5
2351 Wiener Neudorf
Tel.: 02236/865910
Fax: 02236/86591030
Email: gesundheit@dr-schwingenschloegl.at
www.dr-schwingenschloegl.at
>>zurück
|  |