Fettleibigkeits-Gen
US-Wissenschaftler erhält Preis für die Entdeckung des Leptin
Bereits zum sechsten
Mal wurde heuer der
Danone International
Prize for Nutrition vergeben – und diesmal geht er an Professor
Jeffrey Friedman von
der Rockefeller Universität
und dem Howard Hughes
Medical Institute in New
York. Er wird für seine herausragenden
Entdeckungen
rund um das Hormon Leptin
ausgezeichnet. Seine Arbeit
in den 90er-Jahren war die
wissenschaftliche Grundlage
für die Erforschung von Fettleibigkeit.
Preisträger Jeffrey
Friedman: „Es ist wichtig, die biologische
Basis von Fettleibigkeit
zu verstehen. Da geht es
nicht um ein persönliches
Versagen. Bei dem Versuch
abzunehmen kämpfen diese
Menschen einen schweren
Kampf, nämlich den gegen
ihre eigene biologische Natur!“
Fettleibigkeit ist – auch – ein
genetisches Problem
Die oftmalige Behauptung,
Gewichtskontrolle sei nur eine
Frage der Disziplin, ist also
nicht richtig. Dazu Friedman: „Die Umgebung ist
sicher zum Teil für Fettleibigkeit
verantwortlich. Dennoch
kann allein der Einfluss der
Umwelt nicht die enormen
Gewichtsunterschiede in der
Bevölkerung erklären. Es
gibt immer mehr wissenschaftlichen
Beweis, dass das
Gewicht durch ein exaktes
biologisches System auf einem
konstanten Level gehalten
wird. Daher schlagen Abnehmversuche
so oft fehl.“
Genau dieses biologische
System hat Friedman seit seiner
Entdeckung des Hormons
Leptin 1994 geholfen
zu entschlüsseln. Leptin wird
beim gesunden Menschen
vom Fettgewebe produziert.
Ein er-höhtes Fettgewebe
geht einher mit einem erhöhten
Leptinlevel, wodurch es
zu einer Reduktion von Essensaufnahme
kommt.
Umgekehrt funktioniert es
genauso: Eine Abnahme von
Körperfett führt auch zu einer
Abnahme von Leptin,
was wiederum eine erhöhte
Nahrungsaufnahme stimuliert.
Ist das Hormon gestört,
kann es zu unstillbarem
Appetit, tödlicher Fettleibigkeit
und zahlreichen
klini-schen Abnormalitäten
kommen!
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