Hormon-Therapie
Chancen und Risiko
Während des Klimakteriums
(Wechsel)
kommt es zu einem
Nachlassen der Hormonproduktion
aus dem Eierstock.
Damit einhergehend können
typische klimakterische Beschwerden
wie Hitzewallun-gen,
Schweißausbrüche, unregelmäßige
Blutungen, Spannungsgefühle
in der Brust, labile
Stim-mungslage, Depressionen,
Gewichtszunahme,
Antriebslosigkeit, Zunahme
von Cholesterin und Tri-glyceride,
Bluthochdruck, unangenehmes
Herzflattern, altersbedingte
Hautveränderungen,
Trocken-heit der Augen,
Trockenheit der Scheide
und sexueller Lustverlust
(Libidomangel) auftreten.
Seit den ersten Anwendungen
von Hormonen zur Lösung
all dieser Probleme gab
es immer ein Auf und Ab in
der Pro- und Kontra-Diskussion über Hormone und deren
Risiko für Brustkrebs,
Gefäß- und Herzerkrankungen.
Analysen spezifischer
Patientengruppen zeigen nun
nach Absetzen der Hormontherapie
kein erhöhtes Risiko
für Brustkrebs! Im Gegensatz
kam es unter der
Therapie sogar zu einer Abnahme
des Risikos für Darmkrebs
und es zeichnet sich eine
Chance ab, bei rechtzeitigem
Beginn mit der Hormontherapie,
günstige Wirkungen
auf das cardiovaskuläre
System (Herz-Kreis-lauf-System) zu erzielen.
Heute liegen auch schon
zahlreiche Präparate vor, die überaus patientenfreundlich
eingesetzt werden können
(z.B. Hormon-Pflaster). Andere
Substanzen wie Androgene
eignen sich, nach sorgfältiger
Abwägung aller Risikofaktoren
für die Patientin,
hervorragend als neue Therapieoption
bei der Behandlung
von Libidoproblemen.
Verschiedene andere Beschwerden,
wie z.B. Knochenbrüchigkeit
(Osteoporose),
können auch mit anderen
Substanzen als Östrogenen
behandelt werden, z.B.
mit Kalktabletten mit und
ohne Vitamin D3 oder Biphosphonaten.
Differenzierte Therapie
bei Frauen mit/ohne
Gebärmutter
Besonderes Augenmerk
muss bei jeder Hormongabe
auf eine differenzierte Therapie
bei Patien-tinnen mit oder
ohne Gebärmutter gelegt
werden. Es gilt als unbedingtes „must“ und als state of
the art, dass Patientinnen mit
intakter Gebärmutter ein
Gestagen zum Schutz der
Gebärmutterschleim-haut benötigen.
Eine Hormontherapie
im Klimakterium sollte
sich generell ausschließlich
an den individuellen Problemen
und am Leidensdruck
der Frau orientieren. So ist es
auch durchaus vorstellbar,
anstelle von Pharmazeutika
Präparate der Kosmetikindustrie
zur Vermeidung vorzeitiger
Hautalterung einzusetzen.
Für manche Beschwerden
wie Hitzewallungen und
Schweißausbrüche gibt es jedoch
keine adäquaten und
besseren Präparate als Hormone.
Nachdem das Angebot
an verschiedenen Präparaten
ein sehr großes ist,
obliegt es der Erfahrung des
behandelnden Arztes, das
optimale Produkt individuell
für die einzelne Patientin zu
bestimmen. Während der
Dauer der Hormontherapie
sind sowohl regel-mäßige gynäkologische
Checkups als
auch Untersuchungen der
Brust unerlässlich. Dazu gehört
auch die obligate Mammographie.
Hormon-Therapie
als Chance für die „New Generation“!
Zusammenfassend kann gesagt
werden, dass Hormone äußerst wirksame Substanzen
sind, die bei vielen Formen
der klimakterischen Beschwerden
sehr erfolgreich
eingesetzt werden können.
Für viele Frauen der „New
Generation“ bedeutet das die
Chance, das Leben im Klimakterium
unein-geschränkt
durch unangenehme Begleiterscheinungen
leistungsstark
und voller Power genießen
zu können. Grundvoraussetzung für einen
optimalen Therapieerfolg
ist die Verschreibung eines
Präparates, das sämtlichen
individuellen Parametern
der Patientin voll und
ganz gerecht wird!
Facharzt-Tipp:
Univ.-Prof. Dr. Christian Dadak
Universitätsklinik für
Frauenheilkunde Wien
Tel.: +43/1/40400/2910
Fax: +43/1/40400/2775
christian.dadak@meduniwien.ac.at
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