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Besonders für Mädchen und junge Frauen bis 26 Jahre ist eine HPV-Impfung
ratsam!

Christian Dadak


 

 


 

 

Die HPV-Impfung
Maximale Vorsorge – minimiertes Risiko

Krebs im weiblichen Genitalbereich hat zumeist eine Ursache: Viren, die „Human Papillomviren“ (HPV). Davon gibt es bislang rund 180 Typen und man teilt sie wissenschaftlich in zwei Gruppen, nämlich in „high risk“- und „low risk“- (hohes und niedriges Risiko) Viren, welche für die Entstehung eines Muttermundkrebses verantwortlich sind. Diese Viren wurden vor rund zwei Jahrzehnten erstmals entdeckt und man fand sie in Untersuchungen bei rund 50% der Frauen.

High risk-Viren sind für ca. 70% der Muttermundkrebse verantwortlich. Das sind weltweit 400.000 betroffene Frauen pro Jahr, in Österreich ca. 550 Frauen. Tödlich verläuft die Erkrankung in Europa für etwa die Hälfte, in Österreich aber nur für ein Drittel der Frauen – dies möglicherweise aufgrund der guten Vorsorge, durch die vermehrt die Frühstadien mit einer besseren Prognose zur Therapie kommen. Low risk-Virustypen sind jene Erreger, die für Feigwarzen (Condylome) im Genitalbereich verantwortlich sind.

Die Viren verursachen aber nicht nur Karzinome im Muttermundbereich, sondern auch in der Schei-de, an der Vulva (Scheideneingang) und im Analbereich und sind auch für bis zu 70% der Karzinome im Mund- und Halsbereich verantwortlich. Beim Mann könnten sie aber auch für Karzinome am Penis verantwortlich sein.

Erste Impfung gegen Krebs!

„Ein Menschheitstraum ist wahr geworden“, jubelt Professor Kunze von der Medizin-Universität ange-sichts der Tatsache, dass Krebs erstmals durch eine Impfung direkt vermeidbar ist. Die Impfung gegen HPV vermag eine Immunisierung gegen bestimmte Papillomviren zu bewirken, wodurch das Entstehen des Muttermundkrebses in der Mehrzahl der Fälle verhindert werden kann.

Neuerdings gibt es zwei Impfstoffe gegen Human Papillom-Viren. Einer, Gardasil®, ist gegen die am häufigsten vorkommenden Virustypen wirksam; ein zweiter Impfstoff, Cervarix®, ist nur gegen spe-zielle Virustypen wirksam, dafür soll er durch einen neuen Zusatz stärker und länger wirksam sein. Ein intaktes, gut funktionierendes Immunsystem ist in manchen Fällen auch in der Lage, mit dem Virus selbst fertig zu werden. Man ist aber vor neuerlichen Infektionen nicht geschützt und die Ab-wehrkraft geht im Laufe des Lebens in ihrer Ausprägung zurück.

Wer soll nun geimpft werden?

Der Impfstoff ist für Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts von 9 (10) bis 15 Jahre sowie für junge Frauen von 16 bis 26 Jahre zugelassen. Positive Ergebnisse konnten auch für ältere Frauen bis 55 Jahre erzielt werden. Um eine ausreichende Immunantwort zu erzielen, ist eine 3-malige Impfung (Auffrischung nach 1-2 und 6 Monaten) notwendig; die Details müssen aber mit dem Impfarzt abgesprochen werden. Unklar ist derzeit noch die exakte Dauer der Wirksamkeit, angedacht ist eine Auffrischungsimpfung nach etwa 10 Jahren.

Die Impfung kann aber nicht die Erkrankung verhindern, falls schon eine Infektion vorliegt oder gar schon sichtbare Veränderungen aufgetreten sind. Sie ersetzt auch keineswegs die regelmäßige Vor-sorgeuntersuchung beim Frauenarzt auf Gebärmutterhalskrebs. Der Abstrich (Pap-Test) aus dem Gebärmutterhals ist weiterhin regelmäßig 2-mal jährlich, in Abständen von 6 Monaten, notwendig, da es auch andere Papillomviren gibt, die Krebs verursachen können. Noch liegen auch keine aus-reichenden Erfahrungen über die Verwendung des Impfstoffes in der Schwangerschaft vor. Die bis-herigen Berichte von eingetretenen Schwangerschaften während der Impfungsintervalle deuten aber auf keine besondere Gefährdung der Kinder hin. Patienten unter immunsuppressiver Therapie oder eingeschränkter Immunantwort können durch den HPV-Impfstoff, wie auch bei anderen Impfstoffen üblich, keinen ausreichenden Schutz aufbauen.

Fazit

Die HPV-Impfung ist für die vorgesehene Zielgruppe sehr empfehlenswert, schützt vor zahlreichen Krebsarten, man muss aber die halbjährigen Vorsorgeuntersuchungen weiterhin regelmäßig in An-spruch nehmen!

Univ.-Prof. Dr. Christian Dadak
Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien
Tel.: +43/1/40400/2910
Fax: +43/1/40400/2775
christian.dadak@meduniwien.ac.at

 

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