Schluss mit
guter Laune!
Wenn die weiblichen Hormone verrückt spielen
Vielleicht kennen Sie
das auch: Sie sitzen in
einem Restaurant –
und plötzlich erwischt Sie
diese unglaubliche Hitzewelle?
In Sekunden sind Sie
klitschnass geschwitzt, das
Gesicht hochrot? Ein kleiner
Trost: Sie sind damit nicht allein!
Was Petra E., 43 Jahre,
gerade erlebt, geschieht nicht über Nacht – und trotzdem
empfinden viele Frauen, dass
sie von den Wechseljahren
geradezu überfallen werden.
Obwohl immer schlank, gehen
die Hüften plötzlich auseinander,
man ist grundlos
traurig und überempfindlich
und schon ein falsches Wort
des Partners bringt Frau zum
Weinen und kratzt an ihrem
Selbstwert!
Bedeutet das Ende der
Fruchtbarkeit auch zugleich
das Ende der Weiblichkeit
oder womöglich der Lebensfreude? – Sicher nicht!
Selbstverständlich kann die
Abnahme des Östrogenspiegels
aber ver-schiedene Beschwerden
auslösen, es zu
körperlichen Begleiterscheinungen
kommen:
Hitzewallungen
Bis zu 85 Prozent aller Frauen
in den westlichen Industrieländern
leiden unter Hitzewallungen.
Die meisten
Frauen fühlen sich von diesen
Wallungen regelrecht überflutet.
Vielen ist das sehr unange-nehm,
weil die Umwelt
ihnen ihr Problem ansieht
und sie sich diesem Zustand
total ausgeliefert fühlen. Die
Häufigkeit dieser Attacken
ist sehr unterschiedlich und
sie werden manchmal von
Kopf-schmerzen, Benommenheit
und schnellem Herzschlag
begleitet.
TIPP: Verzichten Sie auf hohe
Raumtemperaturen, schlafen
Sie bei gekipptem Fenster,
reduzieren Sie Sekt und Rotwein.
Viele Frauen reagieren
darauf mit zusätzlichen Hitzewallungen,
vermeiden Sie
scharfgewürzte Speisen!
Schlafstörungen
Sie können abends nicht einschlafen,
grübeln mehr als
sonst, es geht Ihnen so viel
durch den Kopf? Unter
Schlafstörungen leiden ungefähr
60 Prozent aller Frauen
in den Wechseljahren. Die
Folge ist, dass man sich am
nächsten Morgen wie gerädert
fühlt, Konzentrationsprobleme
hat und gereizt ist.
Wenn dieser Zustand länger
anhält, sollte man den Arzt
konsultieren und mit ihm gemeinsam
nach einem geeigneten
Mittel suchen.
TIPP: Gehen Sie nur schlafen,
wenn Sie wirklich müde
sind! Schlaffördernde Rituale
wie ein warmes Bad mit ätherischen Ölen (Lavendel,
Melisse, Rose), Kräutertees
und das altbewährte Glas
heiße Milch mit Honig helfen.
Depressive
Verstimmungen
Manche Frauen erleben in
den Wechseljahren fast täglich
ein Wechselbad der Gefühle.
Einerseits freuen sie
sich über den neuen Lebensabschnitt,
die Kinder sind aus
dem Haus, es gibt keinen
Karrierestress mehr. Aber
plötzlich tauchen Selbstzweifel
und Ängste auf wie „Bin
ich noch liebens-wert?“ oder „Hoffentlich bekomme ich
nicht Krebs“. Bei diesen depressiven
Verstimmungen,
die ge-legentlich kommen
und nur kurz andauern, hilft
oft schon ein bisschen sportliche
Aktivität wie Rad-fahren,
Joggen oder Nordic Walking.
TIPP: Mit dem Partner oder
Freunden offen über die Gefühle
reden hilft! Beim Anhalten
dieser Ge-fühle sprechen
Sie mit Ihrem Arzt darüber
oder suchen kurzzeitig
Beratung bei einer/einem
Psycho-therapeutin/-therapeuten.
Trockene
Schleimhäute
Ihr Mund fühlt sich oft trocken
an, Sie vertragen Ihre
Kontaktlinsen nicht mehr so gut und der Sex macht Ihnen
weniger Spaß, weil Sie öfter
Schmerzen dabei haben?
Das liegt am Östrogenmangel.
Auch Scheideninfektionen
kommen in den Wechseljahren
häufiger vor.
TIPP: Unbedingt den Arzt
aufsuchen! Sexuell aktive
Frauen haben weniger Probleme
mit einer tro-ckenen
Scheide.
Blasenschwäche
Blasenschwäche oder Harninkontinenz
ist für fast alle
Frauen ein echtes Tabuthema.
Dabei ist dieses gelegentliche
Auftreten 50 Prozent
aller Frauen über 45
nicht unbekannt.
TIPP: Falls Sie diese Symptome
an sich bemerken, vertrauen
Sie sich einem/einer
Arzt/Ärztin an! Medikamente
und regelmäßiges Beckenbodentraining
helfen.
Osteoporose
Osteoporose wird häufig erst
dadurch erkannt, dass eine
geringe Belastung wie ein
leichter Sturz zu Knochenbrüchen
führen kann.
TIPP: Bewegen Sie sich regelmäßig!
Stellen Sie das
Rauchen und regelmäßigen
Alkoholgenuss ein. Essen Sie
Milchprodukte. Machen Sie
eine Knochendichtemessung.
Gewichtszunahme
„Ich esse fast gar nichts und
trotzdem nehme ich zu!“
Diesen Satz kennen Sie
wahrscheinlich – und er
stimmt sogar. Um die 40 verändert
sich die Figur, man
nimmt nun an der Taille und
an den Hüften zu. Wer noch
dazu viel Stress hat, bekommt noch vermehrt Pölsterchen
an Bauch, Hüften
und Po. Wenn Sie dann auch
noch wenig oder überhaupt
keinen Sport betreiben, können
sich die Fette dann so
richtig um die Hüften legen.
TIPP: Dreimal pro Woche
mindestens 30 Minuten Bewegung
(rasches Gehen,
Nordic Walking)! Kon-sequent
Aufzüge meiden.
Dieser Lebensabschnitt verunsichert
viele Frauen, führt
zu Gefühlen von Niedergedrücktheit
und Nutzlosigkeit.
Dazu kommt noch, dass in
diese Zeit auch meist der
Auszug der Kinder und die
vermehrte Pflegebedürftigkeit
der alt gewordenen Eltern
fällt. Oft werden aber
auch für alles, was in dieser
Zeit schief läuft, die abnehmenden
Hormone verantwortlich
gemacht. Doch nicht
selten stecken andere Ursachen
wie Stress im Job oder
eine andere emotionale Belastung
dahinter.
Aber es ist auch gut zu wissen,
dass Männer in die
Wechseljahre kommen, nur
die wenigsten gestehen es
sich ein und sie sprechen weder
mit der Partnerin noch
mit dem Arzt darüber. Bei
ihnen treten neben Abgeschlagenheit,
Konzentrations-
und Prostataproblemen
auch Symptome ähnlich die
der Frauen wie Schwitzen,
Schlafstörungen und depressive
Verstimmungen und
Einlagerung von Fettpolstern
auf. Der Unterschied zu
den Wechseljahren bei der
Frau ist der, dass bei den
Männern der Hormonspiegel
sehr langsam und über viele
Jahre hinweg abfällt. Dadurch
kann sich der Körper
des Mannes gut an diese
allmählichen Veränderungen
gewöhnen und die Beschwerden
fallen ins-gesamt
milder aus als bei Frauen.
In dieser Zeit beginnt für viele
Frauen und Männer eine
neue Umbruchsphase, die
gemeistert werden muss;
Wechseljahre bieten auch eine
Chance zur Neuorientierung.
Auch ein neues Hobby
kann hilfreich sein.Wer positiv
und selbstbewusst auf
den neuen Lebensabschnitt
blickt, tut sich in dieser Zeit
sicher leichter und kann sehr
bald dem neuen Abschnitt
Positives abgewinnen!
So kommen Sie durch den Wechsel:
■ Frauen bewältigen die Zeit meist leichter, wenn sie aktiv
sind und viel Bewegung machen. Das stärkt auch die
Knochen und Muskulatur und beugt so Osteoporose vor.
■ Gesundes Essen hilft, das Gewicht zu halten oder Übergewicht
abzubauen. Das schafft Selbst-vertrauen.
■ Gönnen Sie sich Zeit für sich! Das verhindert Stress und
hilft mit körperlichen Unannehmlichkeiten besser fertig zu
werden. Geben Sie acht, dass Ihre Interessen nicht zu
kurz kommen.
■ Ausreichend Schlaf und regelmäßige Pflege der Haut
verzögern Hautalterung. Vermeiden Sie aus-gedehnte
Sonnenbäder und Solarium.
■ Der Kreislauf freut sich über Wassertreten, Wechselduschen,
einen Saunabesuch oder Bewegung.
Mag. Sigrid Sohlmann
Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichentherapeutin,
Supervisorin, Coach, Seminarleiterin
Praxis:
Strohmayergasse 2/Top 29, 1060 Wien
Tel.: +43/(0)664/2561036
office@sohlmann-psychoprax.at
www.sohlmann-psychoprax.at
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