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Ingrid Turkovic-Wendl

Ingrid Turkovic-Wendl verrät GESUND & VITAL das „Geheimnis”
ihrer Vitalität.

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Ingrid Turkovic-Wendl
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Laufen, Lernen, Lieben, Lachen, Loben - so funktioniert's auch im Alter!

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Ingrid Turkovic-Wendl

Ingrid Turkovic-Wendl
geb.: 17. Mai 1940, Wien
Freie Journalistin
Profi-Eiskunstläuferin 1958–1971
Reporterin/Fernsehmoderatorin beim ORF 1972–2000
ÖVP-Abg. zum Nationalrat 20.12.2002–29.10.2006
Bundesobmann-Stv. d. Österr. Seniorenbundes seit 2005

„Ich lache für mein Leben gern“
Ingrid Turkovic-Wendl schlägt dem Alter ein Schnippchen!

Sie gehört – biologisch gesehen – nicht mehr zur „Next Generation“, „altes Eisen“ sieht aber auch anders aus: Ingrid Turkovic-Wendl, 67. Die ehemalige Spitzen-Eiskunstläuferin strotzt nach wie vor vor unbändiger Energie und strahlt eine Lebensfreude aus, die eine glatte 10 in der B-Note rechtfertigen würde. GESUND & VITAL hat sie verraten, was Frau beachten sollte, um auch im Alter noch große Sprünge machen zu können!

G&V: Frau Turkovic-Wendl, Sie strotzen vor Vitalität, sowohl äußerlich als auch innerlich. Wie machen Sie das?
Turkovic-Wendl: Eine schwierige Frage! Ich glaube, die Grundvoraussetzung in meinem Leben ist jene, dass ich Sportlerin gewesen bin, meinen Körper kennengelernt habe. Wenn man diese Mobilität, diese Flexibilität, diese Freude an der Bewegung bereits als Kind kennengelernt hat, dann will man das eigentlich nie mehr vermissen! In meinem speziellen Fall ist dazugekommen, dass man sich beim Eislaufen zu Musik bewegen kann; einem Element, das den Körper so richtig löst. Diese Erfahrung war mein Glück! Wir hören’s ja tagtäglich: Bewegung führt zu einem Ausstoß von Glückshormonen. Die muss man sich aber erarbeiten! Und das ist das Problem bei vielen Menschen: Sie kennen die Freude an der Bewegung aus Ihrer Jugend nicht… Dann wird es schwierig, sie zu motivieren. Gelingt es, wollen sie das neue verbesserte Lebensgefühl aber auch nicht mehr missen! Was in meinem Fall aber auch noch dazukommt: Disziplin! Die „Lust-Frage“, ob man heute trainiert oder nicht, stellt sich nicht… selbstverständlich trainiert man, wenn man ein Ziel erreichen will! Auch wenn’s am Anfang schwer fällt…

G&V: Nun gibt es aber auch viele, die in der Jugend sehr sportlich unterwegs waren, spätestens ab dem „30er“ ihre diesbezüglichen Ambitionen aber mehr oder weniger eingestellt haben. Wie war das bei Ihnen? Der Umstieg vom Leistungs- zum Freizeitsport dürfte vermutlich nicht einfach gewesen sein…
Turkovic-Wendl: Doch, das war leicht! Die Freude an der Bewegung war ja in mir drinnen. Dazu kam, dass der Zwang, jeden Tag das hohe körperliche Niveau halten zu müssen, wegfiel. Training zum Vergnügen! So bin ich beispielsweise mit einer netten Wandergruppe den Ost-West-Weitwander-weg gegangen, jedes Jahr eine Woche, von Hütte zu Hütte, ausgerüstet nur mit einem Rucksack, auch im Regen… eine wundervolle Erfahrung! Und gleichzeitig eine Bestätigung, dass mein Körper „will“. Aus Freude, nicht aus Zwang!

G&V: Was tun Sie zusätzlich, um Ihre tolle Figur zu halten? Es ist ja anzunehmen, dass auch Sie ab und zu Hunger haben…
Turkovic-Wendl: Dem gebe ich auch nach! (lacht) Ich war neulich zum Wandern in Tirol, wo ich fünf Tage lang herzhaftest bekocht wurde und dementsprechend mit Genuss alles verspeist habe, was ich nur irgendwie erreichen konnte! Das hat sich natürlich prompt ausgewirkt, wie ich anschließend beim Gewandkauf feststellen musste. Dem begegne ich dann damit, dass ich am Abend einfach nichts esse! Grundvoraussetzung für meine Disziplin beim Essen war übrigens eine Franz-Xaver-Mayr-Kur, die ich nach dem Ende meiner Eislauf-Karriere gemacht habe. Ich hatte vorher immer stark mit meinem Gewicht zu kämpfen. Erst nach meinem Karriere-Ende, als der Zwang abfiel und mir ein guter Freund nahelegte, nur ja nichts abzunehmen, wollte ich plötzlich nichts mehr essen! Der Druck, nicht zu „dürfen“, war weg – und schon funktionierte es! Das ist eine Sache, die jeder für sich selbst entscheiden muss: Geht es nur mit der Peitsche oder wirkt diese sogar kontraproduktiv… Ich bin da ein „Widerspruchs-Mensch“, dem’s mit Druck schlechter geht!

G&V: Sie wirken, als wären Sie rundherum zufrieden, glücklich – und strahlen dement-sprechend Positives aus. War das schon immer so?
Turkovic-Wendl: (lacht) Das kann ich gar nicht wirklich beurteilen… Der erste Einfluss kommt natür-lich von den Menschen, die einen von Kindheit an umgeben. Wenn ich mir meine Kinderfotos ansehe, dann sehe ich eigentlich eine richtige „Zwiderwurzn“. Meine Mutter hat mir immer „nahegelegt“, freundlich zu sein, zu lachen. Meine Reaktion darauf war meist ein böses Gesicht! Wie gesagt: Ich war ein „Widerspruchs-Mensch“… (lacht) Die Sache mit dem „Freundlichsein“ ist dann eigentlich erst mit dem Show-Business gekommen. Als Vorbild hatte man damals die Amerikaner, das Schlagwort hieß: „Keep smiling“. Ich hab’s ausprobiert – und es hat bestens funktioniert! Etwas, das ich dabei den Damen ans Herz legen möchte: Wenn Sie sich im Spiegel betrachten, bös dreinschauen, an etwas Böses denken – Sie schauen bestimmt 25 Jahre älter aus als wenn Sie beispielsweise an Ihren ersten Kuss denken! Sie haben die Wahl!

G&V: Frau Turkovic-Wendl, Ihre Botschaft lautet: Auch das Leben nach dem 60. Lebens-jahr lohnt sich! Sie haben dafür bestimmte Regeln entwickelt…
Turkovic-Wendl: Ja, und zwar jene der „3 Ls“: Laufen, Lernen, Lieben. Laufen bedeutet nicht, dass jetzt jeder joggen gehen muss, aber dass Bewegung in der Form, wie sie möglich ist, praktiziert werden sollte. Und dabei immer um einen „Millimeter“ mehr als man selbst glaubt, dass es möglich ist. Lernen bedeutet für mich, sich laufend mit neuen Gebieten auseinanderzusetzen. Mit Gebieten, die einem womöglich am Anfang gar nicht behagen. Als Resultat baut man neue Gehirnzellen auf, was – und das haben Forscher nun bewiesen – auch im Alter noch möglich ist! Den dritten Punkt, das Lieben, sollte man in jeder erdenklichen Form praktizieren, selbstverständlich auch in Form der Sexualität. Ein offenes Herz zu haben, in der Begegnung mit einem anderen Menschen Sympathie zu bekunden – all das vermittelt sowohl dem anderen als auch einem selbst ein gutes Gefühl! Und schließlich habe ich noch 2 „Ls“. Einerseits das „Lachen“: Man sollte wirklich jeden Tag versuchen, irgendeine Blödelei zu erfinden, Lachkrämpfe zu „sammeln“. Als Kind hat man praktisch täglich Lachkrämpfe, als Erwachsener geht einem das oft verloren… Und andererseits das „Loben“: Sagen Sie nicht: „Das ist doch nicht wahr“; machen Sie stattdessen Komplimente! Ein gescheiter Mensch sagte einst zu mir: „Schmeicheln Sie mir unverhohlen – und ich glaube Ihnen alles!“ – Und es stimmt tatsächlich!

G&V: Frau Turkovic-Wendl, vielen Dank für das ermunternde Gespräch!

 

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