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Geschmäcker sind verschie-
den – und offen-
bar genetisch
bedingt!


 

 


 

 

Gene beeinflussen Essensvorlieben
Erziehung und soziales Umfeld weniger wichtig als bisher angenommen

Unsere Vorlieben und Abneigungen beim Essen könnten stärker genetisch bedingt sein als bisher an-genommen. Wissenschaftler des King's College London haben die Essgewohnheiten von Tausenden Zwillingspaaren untersucht und festgestellt, dass eineiige Zwillinge viel eher über ähnliche Vorlieben verfügen. Diese Erkenntnis legt nahe, dass Geschmack vererbt sein könnte. Das bedeutet aber auch, dass Ernährungssünden aus der Kindheit schwerer zu überwinden sind als bisher angenom-men.

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 3.000 weibliche Zwillinge zwischen 18 und 79 Jahren. Die allgemeinen Tendenzen wurden in fünf Ernährungsgruppen erfasst. Dazu gehörten viel Obst und Gemüse, Alkohol, gebratenes Fleisch und Kartoffeln, fettarm oder wenig Fett durch Fleisch, Fisch und Geflügel. Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen 41 und 48 Prozent der Vorliebe für eine der Ernäh-rungsgruppen genetisch beeinflusst ist. Am stärksten ist der Zusammenhang zwischen individuellem Geschmack und dem genetischen Aufbau bei Kaffee und Knoblauch.

Der leitende Wissenschaftler Tim Spector betonte, dass man lange angenommen hatte, dass Erzie-hung und soziales Umfeld bestimmen, was wir gerne essen. „Unsere Forschungsergebnisse bewei-sen, dass der genetische Aufbau viel häufiger beeinflusst, welche Art der Ernährung wir bevor-zugen.“ Diese Erkenntnisse seien auch von Initiativen zu berücksichtigen, die versuchen, die Men-schen dazu zu motivieren, mehr Obst und Gemüse zu essen.

Jane Wardle vom University College erklärte, dass diese und andere Forschungsergebnisse darauf hindeuteten, dass die Gene eine gemäßigte Rolle bei der Entwicklung bestimmter Ernährungs-vorlieben spielten. Es sei denkbar, dass Geschmacksgene oder die Chemikalien, die als Belohnung für ein bestimmtes Nahrungsmittel freigesetzt werden, eine Rolle spielen. „Es scheint so zu sein, dass die Auswahl der Lebensmittel nicht nur auf umweltbedingte Einflüsse zurückzuführen ist. Das bedeutet aber auch, dass der Einfluss der Eltern auf die Ernährung der Kinder nicht so stark ist, wie wir angenommen haben. Große Anstrengungen könnten daher notwendig werden, um junge Men-schen auf den richtigen Weg zu bringen.“

(pte)

 

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