Spuren im Sand
Extremläufer Christian Schiester bricht auf zu neuen Abenteuern
Christian Schiester weiß wohl besser als jeder andere, was es heißt seinen Körper zu quälen. Doch trotz der immensen Anstrengungen, hat der Steirer noch immer nicht genug und lüftet das Geheimnis um sein nächstes Projekt: Der „4deserts“-Cup wird das ehemalige 100kg-Bröckerl ab Februar 2009 durch die Wüsten Atacama, Sahara, Gobi und über den Ho-Chi-Minh-Pfad führen – 1000 km durch vier der unwirtlichsten Orte der Welt, die „normalsterbliche“ Menschen höchstens misstrauisch aus dem Jeep beäugen. Um sich schon Mal an Hitze, Sand und endlose Dünen zu gewöhnen, wird der 41-Jährige im November 2008 die Halbinsel Sinai durchqueren.
4deserts
Dieser weltweit einzigartige Marathon führt seine Teilnehmer, wie der Name schon sagt, durch vier Wüsten. An jeder Station müssen 250 km in einer Brutto-Zeit von sechs Tagen zurückgelegt wer- den. Ausrüstung und Nahrung müssen von den Teilnehmern selbst getragen werden, das durchschnittliche Gewicht des Gepäcks beträgt acht bis neun Kilogramm. Wasser und Zelt werden zur Verfügung gestellt. Die Teilnahme am vierten Ultramarathon (Gobi) ist nur jenen Startern vorbehalten, die alle drei vorhergehenden Stationen in der vorgegebenen Zeit von sechs Tagen vollständig bewältigt haben.
Atacama Crossing / Chile / März 2009
Die Atacama-Wüste ist 15 Millionen Jahre alt und gilt trotz einer Seehöhe von durchschnittlich 1.600 m als der trockenste Ort der Welt. Die mondähnliche Landschaft ist Fundort vieler frühzeitlicher Artefakte und Mumien und dient der NASA als Testgebiet für ihre Sonden. Die Temperaturen schwan- ken zwischen 32° C am Tag und minus 15° C in der Nacht. Die Atacama ist eine der bekanntesten Nebelwüsten der Welt.
Sahara Race / Ägypten / Oktober 2009
Die Sahara gilt als die größte Trockenwüste der Erde und ist mit einer Fläche von neun Millionen Quadratmetern etwa so groß wie die USA. Sie besteht zu 80% aus Fels und Geröll, nur 20% machen die bekannten Dünenlandschaften aus. Im Norden Afrikas gelegen reicht sie vom Atlantik bis zum Roten Meer. Der Temperaturunterschied in der Sahara ist extrem und reicht von 60° C bis zu –10° C in der Nacht. Der Passat-Wind bringt immer wieder heftige Sand-Stürme mit sich. Der Zieleinlauf wird direkt vor der beeindruckenden Kulisse der Pyramiden stattfinden.
Ho-Chi-Minh- Pfad / Vietnam / Februar 2010
Der Ho-Chi-Minh-Pfad dien- te während des Vietnam-Krieges als Nachschubweg für die Widerstandskämpfe im Süden. Es handelt sich um ein wahres Netzwerk aus Straßen, das auch in die Nachbarländer Laos und Kambodscha reicht und von den USA trotz vielzähliger Versuche nie nenneswert zerstört werden konnte. Hohe Luftfeuchtigkeit, lästige Insekten und schwüles Klima werden hier dauerhafte Begleiter der Läufer sein.
Wüste Gobi / China / Juni 2010
Das letzte Rennen wird im chinesischen Teil der Wüste Gobi, genauer im Regierungsbezirk Kashgar, stattfinden. Entlang der wirtschaftlich wichtigen Seidenstraße werden sich die Teil- nehmer durch die zweitgrößte Trockenwüste der Welt bewegen. Die Wüste Gobi liegt teilweise auf über 3000 hm und ist bekannt für ihre eisigen Sand- und Schneestürme sowie die extremen Temperaturunterschiede.
Die Motivation für die „Qualen“ für Christian Schiester
„Schmerzen und enorme Anstrengungen sind ganz normaler Bestandteil eines solchen Rennens. Dessen muss sich jeder Starter bewusst sein. Die Frage ist eher, wie man mental damit umgeht. Das wirkliche Leiden beginnt zuerst im Kopf. Wer anfängt zu jammern, hat bereits verloren.“
„Ich bin in den letzten 20 Jahren mehr als 300 Rennen in ganz Europa gelaufen. Jetzt suche ich spezielle Herausforderungen im Wettkampf gegen Sportler aus verschiedensten Nationen, in der gewaltigen Kulisse der extremsten Plätze der Natur. Dort bestehen zu können prägt nicht nur körperlich, sondern erweitert vor allem meine geistigen Fähigkeiten, Dinge zu erleben, die viele Menschen sich nicht einmal vorstellen können.“
>>zurück
|