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Katzenkralle Uncaria tomentosa
Pflanzliche Therapien bei rheumatischen Beschwerden und bei Verletzungen
Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates stellen eine häufig beobachtete Folge extremer sportlicher Beanspruchung dar. Lokale Entzündungen verbunden mit Schmerzen und Schwellungen sind das Resultat.
Häufig werden diese Beschwerden mit NSAR (nicht-steroidalen Antirheumatika) behandelt, die jedoch unerfreuliche Nebenwirkungen mit sich bringen. „Arzneien auf pflanzlicher Basis hingegen zeigen ebenfalls gute Erfolge, allerdings mit deutlich weniger Nebenwirkungen“, so Univ. Doz. Dr. Erich Mur, von der Rheumaambulanz der Uniklinik Innsbruck.
Neben den bekannten Problemen in den Bereichen Magen und Darm sowie der Blutgefäße führt die Gabe der herkömmlichen Schmerzmitteln (NSAR- und COX-2-Inhibitoren) unter anderem zu reduzierter Wundheilung und Störungen der Nierenfunktionen.
Deshalb wird seit Jahren nach nebenwirkungsarmen Möglichkeiten durch traditionelle pflanzliche Zubereitungen geforscht – mit Erfolg: Eine im Neurosurgery Focus erschienene Veröffentlichung stellt Weidenrinde, gelber Ingwer, grüner Tee, Seekiefer, Weihrauch, Chili und Uncaria tomentosa (im Volksmund Katzenkralle) als wirkungsvolle Alternativen dar.
Die Katzenkralle punktet allerdings nicht nur als Schmerzmittel. Die in der Wurzel enthaltenen Inhaltsstoffe sind in der Lage, Entzündungen zu hemmen. Der Grund: Die Bitterstoffe aus der Liane Uncaria tomentosa hemmen signifikant die Freisetzung von TNF-alpha aus aktivierten Zellen, so ein Bericht im Journal of Ethnopharmacology. TNF-alpha (Tumor-Nekrose-Faktor alpha) ist eine körpereigene Substanz, die eine Entzündung im Körper verstärkt.
Zudem regulieren sie das Immunsystem: Bei der rheumatoiden Arthritis heißt das: Die „Fresszellen“, die sich gegen die Gelenkszellen richten und Knorpelproteine „anknabbern“, werden gehemmt. Gleichzeitig werden die noch ruhenden Abwehrzellen aktiviert. „Dieses Wirk- prinzip konnte bis jetzt weder mit synthetischen Substanzen, noch mit bekannten Pflanzenextrakten erreicht werden“, so Univ.-Prof. Dr. Eckhard Beubler vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Universität Graz.
Bislang war es nur möglich, das Immunsystem entweder zu unterdrücken oder zu stimulieren. Beubler: „Die Wirkstoffe der Uncaria tomentosa bewirken bei der chronischen Polyarthritis eine Reduktion des Entzündungsgeschehens bei Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit des Immunsystems.“
Klinische Studie an der Universität Innsbruck
Univ.-Doz. Dr. Erich Mur hat in einer klinischen Studie (randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert) mit Patienten, die an chronischer Polyarthritis, leiden, gezeigt: „Nach sechsmonatiger Zusatzbehandlung mit einem Medikament aus der Uncaria tomentosa – neben der verordneten Basistherapie – war die Dauer der Morgensteifigkeit verkürzt und die Anzahl schmerzhafter und geschwollener Gelenke signifikant zurückgegangen. Zusätzlich traten keine relevanten Nebenwirkungen auf.“
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