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„Man muss den Erfolg täglich neu entdecken!”
Hubert Neuper: Skisprungsweltcupsieger 1979/80, Pilot und Manager
Skifliegen stellt seit jeher eine große Herausforderung an Mensch und Material. Bei keiner anderen Sportart kommt man dem „Traum des Fliegens“ so nah!
Somit war der Weg Hubert Neuper’s vom Skispringer zum Piloten und weiter zum erfolgreichen Organisator z.B. des World Sports Awards naheliegend. „Nur“ mit der Leitung einer Skischule begnügt sich ein „Skiflieger“ aber nicht. So laufen für den FIS Skiflug Weltcup vom 9. bis 11. Jänner 2009 am Kulm (www.skifliegen.at) die Vorbereitungen schon auf Hochtouren und Gesund & Vital ist es gerade noch gelungen, ein Interview zu bekommen.
G&V: Wie halten Sie sich gesund und vital?
Neuper: Mache am Morgen Gymnastik und ein paar Kräftigungsübungen, gehe spazieren im Rahmen von Golfspielen. Hin und wieder mache ich eine Mountainbiketour.
G&V: Haben Sie als schlechter Schüler, der Sie waren, an den späteren Erfolg geglaubt?
Neuper: Wenn Sie den sportlichen Erfolg meinen habe ich immer zu 1000 Prozent daran geglaubt auch in Zeiten wo alle Zeichen dafür gesprochen haben, dass ich niemals nur ein mittelmäßiger Springer werden kann. In Bezug auf meine schulische Ausbildung habe ich erst nach Beendigung meiner Sportkarriere erkennen müssen, dass es unbedingt notwendig ist auch etwas im Kasten zu haben. Medaillen alleine reichen nicht.
G&V: Sie wirken wie jemand, der zu 100 Prozent aus guter Laune besteht. Haben Sie überdurchschnittlich viele Glückshormone oder täuscht das Bild?
Neuper: Aus heutiger Sicht stimmt das. Ich bin absolut ein positiver Mensch. Es gab auch andere Zeiten, wo ich über Jahre hindurch diese Fröhlichkeit gespielt habe und dabei andere aber vor allem mich selbst angelogen habe. Das hatte auch fatale Folgen und führte zum Verlust der Lebensfreude und zum Burnout.
G&V: Sport, besonders der Spitzensport, wird oft als Grundlage auch für andere Erfolge im Leben bezeichnet. Was kann man sich als Durchschnittsmensch davon abschneiden?
Neuper: Sportler lernen schon in frühester Jugend sehr konzentriert an einer Sache zu arbeiten. Sie lernen auch mit Niederlagen umzugehen. Der Durchschnittsmensch, wie sie ihn nennen, kann daraus ableiten, dass auch er die Möglichkeit hat, seinen Träumen zu folgen und somit vieles im Leben erreichen kann, wenn er nur fest daran glaubt und die nötigen Schritte (arbeitet) dafür einleitet. Denn alle Sportler oder Menschen mit Spitzenleistungen sind zu Beginn ihrer Laufbahn auch nur durchschnittlich, sie haben jedoch ein klar definiertes Ziel.
G&V: Viele junge Leute wünschen sich eine Karriere, wie Sie sie hatten – vom Schiflieger zum Flugkapitän. Was war dabei wichtiger: Zufall oder zielgerichteter Willen?
Neuper: Es hat so manchmal den Anschein Erfolg ist Zufall. Aber im Grunde ist Erfolg eine Symbiose zwischen Begeisterung für die Sache, harter Arbeit, keinen faulen Kompromissen und Bescheidenheit im Erfolg. Dann fällt dir das Erwünschte zu und wird im Allgemeinen von den Unwissenden als Zufall bewertet.
G&V: Sie halten Vorträge und sagen zum Beispiel: „Man muss den Erfolg täglich neu entdecken!“. Wie machen Sie das konkret?
Neuper: Ich halte keine Vorträge darüber das man den Erfolg täglich neu entdecken muss. Ich möchte mit meinen Vorträgen auf der einen Seite aufzeigen, dass wir Menschen in der Lage sind alles zu erreichen wenn wir nur daran glauben (an Hand von Beispielen wie meiner Sportkariere, oder der Entstehungsgeschichte des World Sports Awards, oder aber auch die Erfüllung des Berufswunsches Flugkapitän). Aber auf der anderen Seite gehe ich sehr offen darauf ein, wenn man die Folgen des Erfolges zu sehr überbewertet. Ich gehe darauf ein was passiert, wenn man die Verpflichtung, die man sich selbst gegenüber hat, aufgibt. Ich gehe darauf ein, dass es in schwierigen Situationen besser ist mit jemanden darüber zu sprechen als immer den Superman zu spielen.
G&V: Im Sport, als Flugkapitän oder als Manager von Großveranstaltungen hatten und haben Sie ständig mit Menschen zu tun. Gibt es Erfolgs-Regeln im Umgang?
Neuper: Ja! Ich spreche immer offen über meine Interessen und versuche zu erreichen, dass mich mein Ge-genüber versteht. Und im gleichen Maße setze ich alles daran, meinen Gesprächspartner zu verstehen.
G&V: In zwei Jahren gehören auch Sie zur Generation „50 plus“. Wie sehen Sie diese Grenze für sich persönlich?
Neuper: Ich lebe nach dem biologischen Alter, dies ist laut meinem Gefühl weit unter dem nummerischen Alter. Um die Frage zu beantworten, 50 plus ist für mich keine Grenze!
G&V: Wir danke für das Gespräch und wünschen für den FIS Skiflug Weltcup vom 9. bis 11. Jänner 2009 am Kulm nicht nur Ihnen als Veranstalter viel Erfolg sondern natürlich auch den Österreichischen Skifliegern.
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