
Dauerthema 24-Stunden-Pflege
Es droht eine Armutsfalle
Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband schlägt Alarm. Die ungelösten Finanzierungsfragen rund um die 24-Stunden-Pflege öffne, so der Verband, demnächst die Armutsfalle.
Durch die Änderungen im Hausbetreuungsgesetz und in der Gewerbeordnung wurden legale vertragliche Betreuungsverhältnisse im Rahmen der 24-Stunden-Pflege in Aussicht gestellt.
Rund 8.000 Betreuungskräfte haben bisher ihre Leistungen auf gesetzeskonformer Basis angemeldet. 79% der Betreuer kommen aus der Slowakei. Die Dunkelziffer der illegal Beschäftigten macht nach wie vor jedoch rund 40.000 Personen aus!
Ende der Amnestieregelung?
In Diskussion steht zum wiederholten Mal, ob das Ende der Amnestieregelung (30. Juni 2008) ein weiteres Mal hinausgezögert werden soll. Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, hält es für wichtiger, die Ende Juli vorliegenden Ergebnisse der Evaluierung zur 24-Stunden-Pflege „rasch zu analysieren und daraus resultierende Folgeschritte, wovon einer die verpflichtende Pflegeberatung durch die Fachpflege sein muss“ einzuleiten.
Pflegeversicherung gefordert
„Es gilt”, so Frau Frohner weiter, „sich ernsthaft mit der Thematik der Pflegeversicherung auseinander zu setzen. Während man in Deutschland bereits über 13 Jahre Pflegeversicherung nachdenkt, schiebt man hierzulande die Finanzierungsfragen nach wie vor zwischen Bund und Ländern hin und her.“
Tatsache ist, dass die Menschen in Österreich sehr rasch vom Pflegefall zum Sozialhilfeempfänger werden können. 1,5% des BIP zur Pflegefinanzierung aufzuwenden ist zu wenig. Abschließend meint Ursula Frohner: „Die Legalisierung der 24-Stunden-Pflege und Betreuung ist wohl nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ein wichtiges Signal für die soziale Sicherheit in unserem Land.“
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