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Wasser das Gesundheits-Elixier
Wertvolles Lebensmittel, Kur-Mittel und Kneipp-Medizin

Die Hauptursache für Krankheiten, Todesfälle und hohe Kindersterblichkeit in den Entwicklungsländern ist das Nichtvorhandensein sauberen Trinkwassers. Ein Schicksal, mit dem weltweit über 3 Milliarden Menschen konfrontiert sind. Ein guter Grund, darüber nachzudenken, ob wir den nächsten verregneten Sommer auch wieder verdammen wollen…

Die Bedeutung des Wassers für den menschlichen Körper lässt sich rasch erkennen: Wir bestehen zu 70 Prozent aus dem unscheinbaren Nass, gar 90 Prozent des Blutes hören auf den Namen H2O.

Was das Wasser unbemerkt an Leistungen für unseren Körper erbringt, bedarf bereits einer längeren Aufzählung:
- Kühlung: Wasser sorgt dafür, dass unsere Körpertemperatur auch bei großer Hitze bzw. anstrengender Arbeit stets zwischen 36 und 37 Grad Celsius bleibt.
- Transport: Jene 2,5 l Flüssigkeit, die wir pro Tag durch Atmung, Schweiß und Körperausscheidung verlieren, transportieren jede Menge Stoffwechselgifte, zum Beispiel Milch- oder Harnsäure. Durch Wasseraufnahme versorgen wir den Körper mit notwendigen Mineralstoffen.
- Vitalisierung: Regelmäßiges Wassertrinken bedeutet Versorgung der Zellen mit Wasser und Nährstoffen bzw. Zufuhr von Sauerstoff. Dadurch wird der Körper insgesamt vitalisiert – zu besserer Durchblutung und Leistung der Hirnzellen, zu intensiverer Arbeit der Muskulatur, zur Unterstützung der Immunzellen.
- Neutralisierung: Fehlernährung, Überanstrengung und Stress übersäuern den Körper. Reichliche Wasseraufnahme neutralisiert.

Mäßig, aber regelmäßig

Die empfohlene Trink-Menge von 2 – 3 Litern Wasser pro Tag sollte nach dem Motto „Mäßig, aber regelmäßig“ aufgenommen werden. „Trin- ken wie eine Kuh“ ist keinesfalls das Erfolgsrezept. Man sollte das Wassertrinken bewusst über den ganzen Tag verteilen!

Bei körperlicher Anstrengung, Hitze, Krankheit und auch bei Diäten wird empfohlen, die Flüssigkeitszufuhr zusätzlich zu steigern. Auch ist es wichtig, das Wasser in Zimmertemperatur zu sich zu nehmen, nicht jedoch mit Eiswürfeln oder auf Kühlschrankeisigkeit heruntergekühlt.
Kohlesäurehältiges Wasser belastet den Stoffwechsel einerseits durch Aufstoßen und Schluckauf, andererseits durch ein vorzeitiges Sättigungsgefühl.

Wichtige Mineralstoffe

Ohne dies besonders zu spüren scheiden wir jeden Tag (siehe oben) eine große Menge von Wasser – und damit an Mineralstoffen – aus. Dies umso mehr, wenn der Körper durch Arbeit oder Sport besonders angestrengt wird. Notwendig ist also der regelmäßige Nachschub von Mineralstoffen.
Am Wesentlichsten sind hier Kalzium, Magnesium und Fluorid. Kalksandsteingebirge versorgen naturgemäß mit diesen Zusatzstoffen, in anderen Gegenden müssen die genannten Mineralstoffe dem Körper künstlich zugeführt werden.
Auch das Fehlen von Natrium im Wasser ist nicht
von Vorteil. Natriumchlorid (Kochsalz) wird vom Körper bei starkem Schwitzen ausgeschieden – und muss wieder hereingeholt werden.

Trink-Kur

Mag sein, dass die relativ neue Empfehlung, pro Tag 2 – 3 Liter zu trinken, aus der Tradition der Trink-Kur stammt. Heilwässern verschie- denster Zusammensetzung wurden diverse positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus nachgesagt.
Konkrete Heil-Wirkungen lassen sich beispielsweise bei so genannten Hydrogencarbonatwässern nachweisen. So wurden unter anderem nach Trinkkuren mit diesen Wässern Abnahmen des Nüchternblutzuckers und des Fructosaminspiegels nachgewiesen.
Auch eine Senkung des Harn- säurespiegels und eine Steigerung der Harnsäureausscheidung werden nach einer Trinkkur mit Hydrogencarbonatwasser festgestellt.

Und wie verläuft eine solche Trinkkur, die man selbst zu Hause durchführen kann?
- Das Ganze dauert vier bis sechs Wochen. Pro Tag ist ein Liter des besagten Wassers zu trinken. Das erste Drittel des Wassers – in Zimmertemperatur – wird vor dem Frühstück getrunken. Die Wirkung ist stark harntreibend, erwärmend und die Luftwege entschleimend.
- Das zweite Drittel wird vor dem Mittagessen getrunken. Sollte die Bindung größerer Säuremengen im Magen beabsichtigt sein, trinkt man nach dem Essen.
- Vor dem Schlafengehen am Abend steht dann, bei langsamem Trinken, das letzte Drittel auf dem Programm.

Äußere Anwendungen

Wohl am bekanntesten sind die Wasseranwendungen, die auf die so genannte Kneipp-Hydrotherapie zurück gehen: Waschungen, Güsse, Voll- und Teilbäder, Wickel, Auflagen, Packungen, Wassertreten, Schneegehen usw.
Bei kalten Wasseranwendungen gilt das Prinzip: warm – kalt – warm. Kalte Wasseranwendungen dürfen nur bei warmem Körper verabreicht werden, nach der kurzen kalten Anwendung erfolgt Wiedererwärmung durch Bewegung oder Bettruhe.
Im Vordergrund der Behandlungen steht der thermische Reiz, der im ganzen Körper über Rezeptoren wahrgenommen wird und im vegetativen Nervensystem Reflexvorgänge auslöst. Als besondere Stärke der Kneipp- Anwendungen sehen Fachleute die Impulse der Wassergüsse auf das Gefäßsystem. Bei regelmäßigem Knei- ppen spricht man auch von Gefäß-Training.
Tausendsassa Wasser! Jenen, die regelmäßig und viel (allerdings in guter Qualität!) trinken, nützt es nachhaltig – von schöner Haut bis zu gut geschmierten Gelenken.
Als Heilwasser vermag es den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen und Entzündungsvorgänge zu stoppen. Und in der Kneipp’schen äußerlichen Kalt-Warm-Anwendung schließlich sendet das Wasser belebende Impulse in Richtung der Gefäße.
Mehr kann wohl kein zweites Lebensmittel.

 

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