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Alexandra Zotter


 

 


 

 

Der tägliche Kaffee
Genussmittel ohne Reue?

Viele Österreicher greifen mindestens einmal täglich zu einer Tasse Kaffee. Oft ist es ein Ritual, welches nicht hinterfragt wird. Man denke nur an den netten Kaffeetratsch in der Küche. Doch wie wirkt Kaffee eigentlich auf unseren Körper, was sagt die Traditionelle Chinesische Medizin dazu?

Kaffee wirkt anregend

Greifen Sie bei einem Leistungstief gerne zu einer Tasse Kaffee? Kaffee putscht auf, denn er regt die Energie des Herzens an und belebt den Kreislauf. Viele von uns fühlen sich nach einer Tasse Kaffee wieder geistig fit und leistungsfähiger. Auch das Interesse an Kommunikation nimmt zu, denn die Energie des Herzens steht für Freude, Lebenslust und eben auch Kommunikationsfreude. Aber langfristig geht dieser Energiekick auf Kosten unseres Energiehaushaltes, unserer Nierenessenz (Jing).

Kaffee regt die Verdauung an

Die Wirkung eines starken Espresso nach dem Essen wissen besonders Personen mit Verdauungs-problemen zu schätzen. Der bittere Geschmack des Kaffees leitet die Energie nach unten und kurbelt somit die Verdauung an, im Besonderen die Verdauung von Eiweiß und Fett. Somit ist die eine oder andere Tasse Kaffee für „Fleischtiger“ durchaus sinnvoll. Aber Achtung: Zuviel Kaffee verletzt die Energie des Verdauungstraktes und trocknet die Säfte, somit kann es zu Verstopfung oder auch Durchfall kommen.

Kaffee trocknet unsere Säfte

Unsere inneren Säfte (Blut, Körperflüssigkeiten wie Tränen, Schweiß etc.) befeuchten unseren Körper. Helfen, dass die Haut geschmeidig ist und unsere Augen gut mit Tränenflüssigkeit benetzt sind. Kaffee greift diesen Feuchtigkeitshaushalt an und stiehlt uns unsere Säfte. Dieser „Diebstahl“ kann sich unterschiedlich bemerkbar machen: Unsere Haut wird spröde und schuppig, unser Haar neigt zu Spliss, die Lippen reißen auf etc.

In Kombination mit weiteren „Säfteräubern“ wie Stress oder häufigem Alkoholkonsum werden die Symptome verstärkt. Es kann zu Schlafmangel, Nervosität und Gereiztheit kommen. Speziell Frauen sollten in Zeiten, wo innere Hitze aufgrund von Säftemangel vorkommt – Schwangerschaft, Wechsel –, auf Kaffee so weit wie möglich verzichten. Auch in der Hitze des Sommers: Finger weg vom Kaffee!

Kaffee kühlt speziell die Blase und reizt den Magen

Viele Frauen leiden unter einer „kleinen Blase“. Dies zeigt sich durch häufiges Wasserlassen – auch in der Nacht. Oft ist Kälte in Nieren und Blase ein Hauptgrund für diese Symptome. Dieser Mangel an Qi kann sich auch durch generelle Kälteempfindlichkeit äußern. Kaffee kühlt Niere und Blase noch zusätzlich. Daher Finger weg von Kaffee bei Blasenschwäche, Inkontinenz und Kälteneigung!

Bei Personen mit Symptomen wie Sodbrennen, Magenschmerzen – diese Symptome entstehen laut TCM aufgrund von zu viel Hitze im Magen – verstärkt Kaffee diese Beschwerden, da die inneren Säfte noch mehr getrocknet werden und die Hitze dadurch weiter zunimmt.

Abschließend ist zu sagen, dass Kaffee in kleinen Mengen, bewusst eingesetzt, manchmal zu empfehlen ist. Jeden Tag mehrere Tassen sind es jedoch nicht!

Experten-Tipp:
Mag. Alexandra Zotter
Dipl. Ernährungsberaterin nach der Traditionell Chinesischen Medizin
Reisnerstraße 3/18, 1030 Wien, Tel.: 0699/12669447
info@PanGu.at, www.PanGu.at
Arbeitsschwerpunkte: Individuelles Ernährungscoaching, Kochkurse, Vorträge


Das etwas andere Kaffeerezept

Folgendes Rezept reduziert die abkühlende Wirkung des Kaffees. Kaffee wirkt dann thermisch wärmend und durch die Aromen ausgleichender.

GEKOCHTER KAFFEE
In einem Topf Wasser (4 Tassen) zum Kochen bringen, 3-4 EL Bohnenkaffee, 1 TL Rohrzucker, etwas zerstampften Kardamom sowie eine Prise Zimt beigeben. Kurz aufkochen lassen und Kaffee 5-10 Minuten ziehen lassen.
Durch die Beigabe von Kardamom wird die kühlende Wirkung des Kaffees ausgeglichen und außerdem das Koffein energetisch neutralisiert. Dieser Kaffee ist somit auch magenschonender.
Nach dem Yin-Yang-Prinzip wird kaltes Wasser den Yin-Nahrungsmitteln und heißes Wasser den Yang-Nahrungs-mitteln zugeordnet. Heißes Wasser gleicht somit die kühlende Wirkung der Kaffeebohne aus.
Wer möchte, kann auch noch Reismilch oder Milch dazugeben. Dadurch wird die trocknende Wirkung des Kaffees abgeschwächt.

So wirkt gekochter Kaffee:
■ wärmend – durch die Zugabe von Kardamom und Zimt
■ regt die Darmpassage an, wirkt nach unten
■ regt das Qi des Herzens an
■ trocknet Feuchtigkeit

 

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