Der tägliche Kaffee
Genussmittel ohne Reue?
Viele Österreicher greifen
mindestens einmal
täglich zu einer Tasse
Kaffee. Oft ist es ein Ritual,
welches nicht hinterfragt
wird. Man denke nur an den
netten Kaffeetratsch in der
Küche. Doch wie wirkt Kaffee
eigentlich auf unseren
Körper, was sagt die Traditionelle
Chinesische Medizin
dazu?
Kaffee wirkt
anregend
Greifen Sie bei einem Leistungstief
gerne zu einer Tasse
Kaffee? Kaffee putscht auf,
denn er regt die Energie des
Herzens an und belebt den
Kreislauf. Viele von uns fühlen
sich nach einer Tasse Kaffee
wieder geistig fit und leistungsfähiger.
Auch das Interesse an Kommunikation
nimmt zu, denn
die Energie des Herzens
steht für Freude, Lebenslust
und eben auch Kommunikationsfreude.
Aber langfristig
geht dieser Energiekick auf
Kosten unseres Energiehaushaltes,
unserer Nierenessenz
(Jing).
Kaffee regt die
Verdauung an
Die Wirkung eines starken
Espresso nach dem Essen
wissen besonders Personen
mit Verdauungs-problemen
zu schätzen. Der bittere Geschmack
des Kaffees leitet
die Energie nach unten und
kurbelt somit die Verdauung
an, im Besonderen die Verdauung
von Eiweiß und Fett.
Somit ist die eine oder andere
Tasse Kaffee für „Fleischtiger“
durchaus sinnvoll.
Aber Achtung: Zuviel Kaffee
verletzt die Energie des Verdauungstraktes
und trocknet
die Säfte, somit kann es zu
Verstopfung oder auch
Durchfall kommen.
Kaffee trocknet
unsere Säfte
Unsere inneren Säfte (Blut,
Körperflüssigkeiten wie Tränen,
Schweiß etc.) befeuchten
unseren Körper. Helfen,
dass die Haut geschmeidig ist
und unsere Augen gut mit
Tränenflüssigkeit benetzt
sind. Kaffee greift diesen
Feuchtigkeitshaushalt an und
stiehlt uns unsere Säfte. Dieser „Diebstahl“ kann sich unterschiedlich
bemerkbar machen:
Unsere Haut wird
spröde und schuppig, unser
Haar neigt zu Spliss, die Lippen
reißen auf etc.
In Kombination mit weiteren „Säfteräubern“ wie Stress
oder häufigem Alkoholkonsum
werden die Symptome
verstärkt. Es kann zu Schlafmangel,
Nervosität und Gereiztheit
kommen. Speziell
Frauen sollten in Zeiten, wo
innere Hitze aufgrund von
Säftemangel vorkommt –
Schwangerschaft, Wechsel –,
auf Kaffee so weit wie möglich
verzichten. Auch in der
Hitze des Sommers: Finger
weg vom Kaffee!
Kaffee kühlt speziell
die Blase und reizt
den Magen
Viele Frauen leiden unter einer „kleinen Blase“. Dies
zeigt sich durch häufiges
Wasserlassen – auch in der
Nacht. Oft ist Kälte in Nieren
und Blase ein Hauptgrund
für diese Symptome. Dieser
Mangel an Qi kann sich auch
durch generelle Kälteempfindlichkeit äußern. Kaffee
kühlt Niere und Blase noch
zusätzlich. Daher Finger weg
von Kaffee bei Blasenschwäche,
Inkontinenz und Kälteneigung!
Bei Personen mit Symptomen
wie Sodbrennen, Magenschmerzen – diese Symptome
entstehen laut TCM
aufgrund von zu viel Hitze
im Magen – verstärkt Kaffee
diese Beschwerden, da die
inneren Säfte noch mehr getrocknet
werden und die Hitze
dadurch weiter zunimmt.
Abschließend ist zu sagen,
dass Kaffee in kleinen Mengen,
bewusst eingesetzt,
manchmal zu empfehlen ist.
Jeden Tag mehrere Tassen
sind es jedoch nicht!
Experten-Tipp:
Mag. Alexandra Zotter
Dipl. Ernährungsberaterin nach der Traditionell Chinesischen Medizin
Reisnerstraße 3/18, 1030 Wien, Tel.: 0699/12669447
info@PanGu.at, www.PanGu.at
Arbeitsschwerpunkte: Individuelles Ernährungscoaching, Kochkurse, Vorträge
Das etwas andere Kaffeerezept
Folgendes Rezept reduziert die abkühlende Wirkung des Kaffees.
Kaffee wirkt dann thermisch wärmend und durch die Aromen ausgleichender.
GEKOCHTER KAFFEE
In einem Topf Wasser (4 Tassen) zum Kochen bringen, 3-4 EL
Bohnenkaffee, 1 TL Rohrzucker, etwas zerstampften Kardamom
sowie eine Prise Zimt beigeben. Kurz aufkochen lassen
und Kaffee 5-10 Minuten ziehen lassen.
Durch die Beigabe von Kardamom wird die kühlende Wirkung
des Kaffees ausgeglichen und außerdem das Koffein
energetisch neutralisiert. Dieser Kaffee ist somit auch magenschonender.
Nach dem Yin-Yang-Prinzip wird kaltes Wasser den Yin-Nahrungsmitteln
und heißes Wasser den Yang-Nahrungs-mitteln
zugeordnet. Heißes Wasser gleicht somit die kühlende Wirkung
der Kaffeebohne aus.
Wer möchte, kann auch noch Reismilch oder Milch dazugeben.
Dadurch wird die trocknende Wirkung des Kaffees abgeschwächt.
So wirkt gekochter Kaffee:
■ wärmend – durch die Zugabe von Kardamom und Zimt
■ regt die Darmpassage an, wirkt nach unten
■ regt das Qi des Herzens an
■ trocknet Feuchtigkeit
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