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Eine starke
Persönlichkeit
Chris Lohner geht bedingungslos ihren eigenen Weg!
Sie gehört zum österreichischen
Tagesgeschehen
wie die Morgenzeitung
zum Frühstücks-Kaffee:
Chris Lohner. Als erfolgreiche
Schauspielerin,
Moderatorin und Autorin ist
sie über die Landes-grenzen
hinaus wohlbekannt. Im
GESUND & VITAL-Interview
spricht sie über ein
selbstbestimmtes Leben, den
richtigen Umgang mit Emotionen,
Lebenserfahrung, ihren
Erfolg und die ständige,
lebensbejahende Suche nach
neuen sinnstiftenden Herausforderungen.
G&V: Frau Lohner, wie halten
Sie sich gesund & vital?
Lohner: Naja… – ich mag
mich und schau‘ auch auf
mich. Ich glaube, das ist die
Essenz! Man tut halt, was
man kann… Ich schau‘ auch,
dass ich jeden Tag irgendeinen
vergnügten Moment erlebe.
Vor allem bestimme
ICH, wie es mir geht – und
nicht die anderen!
G&V: Sie haben also keine
besonderen Geheimnisse,
z.B., dass Sie Berge erklimmen,
kilometerlang schwimmen oder sonst irgendetwas
Sportliches machen?
Lohner: Nein, weil ich finde,
dass das alles im Gehirn
stattfindet. Die Konditionierung
für Verschie-denes beginnt
im Gehirn. Ich kann
mich selber motivieren!
G&V: Und wie reden Sie sich
gut zu? Es gibt ja sicher Tage,
die weniger erfreulich sind.
An denen denkt man doch, „heute ist es schwer“…
Lohner: Zum einen gibt es
Affirmationen, man kann ja
konsequent Selbstsuggestion
betreiben. Und außerdem
kann man ja alles zulassen:
Trauer, auch mal grantig zu
sein, aber auch gute Laune
zu haben. Das gehört alles
zum Leben dazu! Ich bin keine
Verdrängerin; wenn ich
Wut habe, lasse ich es raus
und wenn ich traurig bin, lasse
ich es auch zu. Ich finde es
wichtig, dass man Emotionen
lebt und nicht hinunterschluckt,
denn das macht
krank!
G&V: Sie haben kürzlich ein
Interview gegeben, in dem
Sie über die „68er“ gesprochen
haben. Darin führten
Sie als ein wesentliches
Merkmal Ihrer Persönlichkeit
an, dass Sie immer ein
wenig frech waren und immer „dagegen geredet“ haben.
Steckt diese Frechheit
von damals nach wie vor in
Ihnen?
Lohner: Ja sicher, natürlich!
Auch alle meine sechs Bücher
haben diesen Tenor,
denn ich glaube, es ist wichtig,
dass man kritisch bleibt,
alles hinterfragt und sich
auch einmischt, wenn man
ein Unrecht ortet. Das ist eine
persönliche Haltung und
ich glaube, das hat auch etwas
mit der persönlichen Hygiene
zu tun.
Jetzt bin ich auch in einem
Alter, wo es mir sehr leicht
fällt, meine Meinung zu sagen,
weil ich nicht mehr dieses
Gefühl habe, „Everybody’s
Darling“ sein zu müssen.
Ich habe ein „Standing“ und
ich habe meine Haltung –
und wenn mich jemand nicht
mag, kann ich es auch nicht ändern!
G&V: Sie haben natürlich
durch Ihren Beruf, der immer
wieder neue Herausforderungen
stellt, einen „Vitalitätsvorteil“…
Lohner: Nein, denn ich suche
mir meine neuen Herausforderungen
selbst. Theoretisch
könnte ich mich genauso gut
drei Monate in eine Ecke setzen
und die Füße ins Wasser
halten. Es kommt auch in der
Regel niemand vorbei, der
einem den Sinn des Lebens beibringt. Den muss sich jeder
selber suchen! Ich glaube,
es ist die Aufgabe jedes
Einzelnen, seinen persönlichen
Weg zu finden. Auch
wenn es jemand nicht macht,
ist das seine eigene Sache.
Ich bin jedenfalls schon jemand,
der immer eine neue
Herausforderung sucht, immer
einen Schritt weiter gehen
will, sich keinesfalls auf
seinen Lorbeeren ausruhen
möchte – das macht nur einen
dicken Po, und das will
ich nicht! (lacht)
G&V: Eine Ihrer Herausforderungen
ist es, Bücher zu
schreiben – und das erfolgreich.
Welche Erfahrung ist
das für Sie?
Lohner: Eine großartige! Es
ist zwar eine sehr einsame
Angelegenheit, aber auch eine
sehr schöne, denn man
geht sehr nach innen, man ist
sehr mit sich selbst beschäftigt
und vergisst dabei sämtliches „Drumherum“.
G&V: Wie stellen Sie sich Ihren
Leser bzw. Ihre Leserin
vor?
Lohner: Ich kenne meine Leser
schon! Ich habe im ersten
Jahr 37 Lese-Reisen absolviert,
bei denen ich meine
Leser sehe und mich mit ihnen
auch unterhalte. Dabei
bin ich auch durchaus offen
für Fragen, also eine Autorin „zum Angreifen“, die es genießt,
zu kommunizieren und
zu diskutieren. Ich spreche
Leute auch einfach so an,
wenn ich finde, dass es notwendig
ist. Da gibt es keine
Schwellenangst! Die Leute
sind auch großteils sehr angenehm,
ich kann nicht sagen,
dass es dabei jemals größere
Diskrepanzen gegeben
hätte.
G&V: Abschließende Frage:
Wie ist es, älter zu werden?
Lohner: Also erstens einmal
kein Einzelschicksal, oder?
(lacht) Ich finde, es ist ein
ganz normaler Prozess im
Leben… Jeder will ganz lange
leben, aber dabei nicht alt
werden – aber das spielt es
nicht! „Forever young“ gibt
es nicht. Wobei ich sagen
muss, ich möchte auch nicht „forever young“ sein! Ich
möchte jetzt auch nicht
zwanzig Jahre alt sein… Ich
finde vielmehr, dass ich
schön bin und es toll ist, wie
ich mich entwickelt habe. Es
ist doch eine angenehme Sache,
wenn die Interessen proportional
mit dem Alter mitgehen – wenn man Glück
hat. Ansonsten bekommt
man vielleicht eine Krise…
Und ich finde es auch toll,
wenn man über sich selbst lachen
kann! Wesentlich zur eigenen
Lebensqualität trägt
auch bei, dass man mit sich
viel besser umgehen kann,
weil man über sich viel besser
Bescheid weiß. Man geht
ja auch mit anderen Menschen
viel „milder“ um. Die
Lebens-erfahrung bringt einen
gegenüber der Jugend in
einen Vorteil, der umso größer
ist, wenn man – wie ich –
weiß, wie es ist, jung zu sein.
Die Jungen wissen im Gegensatz
dazu noch nicht, wie
es ist, wenn man älter ist!
G&V: Frau Lohner, vielen
Dank für das anregende Gespräch!
Steckbrief:
Chris Lohner,
geb.: 10. Juli 1943 in Wien
Schauspielerin, Moderatorin, Autorin,
7 Jahre Fotomodell
Auszeichnungen:
■ Goldene Romy
■ Optimus
■ Goldenes Verdienstzeichen
des Landes Wien
■ Ehrenmitglied des WWF
Buch-Tipps:
■ Chris Lohner, „Keiner liebt mich
so wie ich“,
Verlag Knaur
■ Chris Lohner, „Keine Lust auf Frust,
keine Zeit für Neid“,
Verlag Marion
von Schröder
■ Chris Lohner, „Beziehungsweise“,
Verlag Marion
von Schröder
■ Chris Lohner, „Wer liegt da unter
meinem Bett“,
Verlag LÜBBE
■ Chris Lohner, „‘50 Plus.‘ – Na und?“,
Verlag axel lentsch
bei Linde
■ Chris Lohner, „Artige und unartige
Liebesbriefe“,
Verlag Seifert
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