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Meilenstein für Krebs-Patienten:
Zielgerichtete Antikörper-Therapien verlängern Leben
Antikörper werden in
der Krebstherapie seit
zehn Jahren eingesetzt.
Bereits 1998 brachte
das Unternehmen Roche
MabThera® auf den Markt:
Durch die Einführung des
Antikörpers Rituximab wurde
erstmals eine innovative
Behandlung von Non
Hodgkin Lymphomen möglich
und die Krebs-therapie
damit revolutioniert. Seit
dem 28. August 2000 ist auch
Trastuzumab für die Behandlung
von fortgeschrittenem
Brustkrebs in der Europäischen
Union zugelassen –
seit Mai 2006 auch für die
Behandlung von HER2-positivem
Brustkrebs im Frühstadium.
„Die Einführung des monoklonalen
Anti-CD20-Antikörpers
Rituximab in die
Therapie von B-Zell- Lymphomen
stellte einen echten
Quantensprung in der Therapie
bestimmter Lymphom-Erkran-kungen dar“, erläutert
Univ.-Prof. Dr. Markus
Raderer von der Medizinischen
Universität Wien. „Nachdem lange Zeit vergeblich
versucht wurde,
durch intensivere Chemotherapien
Resultate zu verbessern,
ist dies mit der Kombination
von Chemotherapie
plus monoklonalem Antikörper
ein-drucksvoll gelungen:
Es konnten nicht nur die Raten
der Tumor-Rückbildung
durch diese Kombination
verbessert, sondern auch das Überleben der Patienten signifikant
verlängert werden.
Umso erfreulicher ist, dass
diese Verbesserung der Resultate
nicht durch eine erhöhte
Neben-wirkungsrate
erkauft werden musste – gerade
in Anbetracht der Tatsache,
dass viele Lymphom-Typen
hauptsächlich bei älteren
Patienten auftreten, die aggressivere
Therapieformen
schlecht tolerieren würden!“
Was Patient
wissen sollte
Antikörper sind besondere
Proteine, die das Immunsystem
eines Menschen als Antwort
auf jedes Antigen, das
in den Körper eindringt, bildet.
Heute sind biotechnologisch
hergestellte Antikörper
Eckpfeiler für die zielgerichtete
Krebstherapie. Durch ihren
Einsatz ist es möglich,
punktgenau bösartige Zellen
anzugreifen und zu eliminieren – im Gegensatz zum „Kahlschlag“ einer Chemo-therapie,
die auch gesunde,
sich in Teilung befindliche
Zellen angreift. Für den Patienten
bedeutet eine Antikörpertherapie
bei teils signifikanter
Lebensverlängerung
die mögliche Einsparung
weiterer, belastender
Chemotherapien – und somit
mehr Lebensqualität!
Antikörperinfusionen haben
sich in der Behandlung von
Brustkrebs mittlerweile äußerst
bewährt. Sie werden im
Krankenhaus von erfahrenen
Onkologen verabreicht
und haben wenig Nebenwirkungen.
Die individuelle,
fachärztliche Betreuung im
Krankenhaus ist besonders
bei Patientinnen in schlech-tem
Allgemeinzustand wichtig,
denn nur dadurch kann
auf Veränderungen des Gesundheitszustandes
sofort
reagiert und eine optimale
laufende Betreuung gewährleistet
werden. Bis heute
wurden bereits über 1 Million
Patienten weltweit erfolgreich
mit dem Antikörper
Rituximab behandelt!
Antikörpertherapie bei
HER2-positivem
Brustkrebs
Bei etwa 20 bis 25% der
Brustkebs-Patientinnen findet
sich in den Gewebeproben
des Tumors eine erhöhte
Konzentration von HER2.
HER2 ist ein Eiweiß, das sich
in der Zellhülle einer Krebszelle
befindet und als „Andockstation“
für Wachstumsfaktoren
dient. Hat eine
Krebszelle zu viele solcher
HER2-Rezeptoren, teilt sie
sich sehr häufig und der
Krebs wächst schnell und unkontrolliert.
Patien-tinnen
werden als HER2-positiv bezeichnet,
wenn auf ihrem Brustkrebsgewebe hohe
Mengen von HER2 nachgewiesen
wurden. Diese Patientinnen
leiden an einer
besonders aggressiven Form
von Brustkrebs, ihre Überlebenschance
war bisher deutlich
geringer. Genau bei diesen „HER2-positiven“ Patientinnen
kann aber eine
Antikörpertherapie – mit
dem Wirkstoff Trastuzumab – helfen!
Wie weiß ich, ob ich „HER2-positiven“
Brustkrebs habe?
Durch Laboruntersuchungen
an einer Probe des Krebsgewebes
wird untersucht, ob
und in welcher Menge
HER2 nachgewiesen werden
kann. Der HER2-Status ermöglicht
eine Aussage über
die Prognose für die Betroffene
und sollte bei jeder Patientin
untersucht werden,
die an metastasiertem Brustkrebs
erkrankt ist! Die derzeit
gängigste und einfachste
Methode, um den HER2-Status
zu überprüfen, ist die Immunhistochemie
(IHC).
Liefert die IHC-Methode
kein eindeutiges Ergebnis,
sollte der HER2-Status über
ein alternatives Verfahren
abgesichert werden. Dies geschieht
in der Regel mit Hilfe
der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH), ist
jedoch deutlich aufwändiger.
Beide Untersuchungen werden
mit Hilfe besonderer
Färbemethoden an Gewebeschnitten
der Krebs-geschwulst
vorgenommen. Blutuntersuchungen
reichen
nicht aus, um eine sichere
Aussage über den HER2-Status treffen zu können.
Diese können allenfalls zur Überwachung der Therapie
dienen.
Was bewirkt der
HER2-Antikörper?
Der HER2-Antikörper besetzt
ganz spezifisch die
HER2-Bindungsstelle der
Krebszelle. Deshalb wer-den
die Krebszellen gezielt geschädigt.
Folglich wird die
HER2-Antikörpertherapie
gut vertragen und führt nicht
zu den beeinträchtigenden
Nebenwirkungen, die üblicherweise
eine Chemotherapie
be-gleiten, wie Übelkeit,
Erbrechen, Haarverlust und
Schwächung der Abwehrkraft.
Der HER2-Antikörper
wird einmal pro Woche in
Form einer Infusion im
Krankenhaus verabreicht,
entweder alleine oder in
Kombination mit einer Chemotherapie.
An Patientinnen mit hohen
HER2-Werten konnte gezeigt
werden, dass sie mit einer
Kombinations-therapie
aus Chemotherapie und Antikörper
länger lebten, ein
längerer Zeitraum bis zum
Fort-schreiten der Erkrankung
verging und sie eine
bessere Lebensqualität aufwiesen
als mit einer Chemotherapie
alleine. Wie aktuelle
Studien, die am San Antonio
Breastcancer Congress im
Dezember 2007 präsentiert
wurden, belegen, ist der Antikörper
auch nach Fortschreiten
der Erkran-kung
wirksam!
Mit Optimismus in
die Zukunft!
„MabThera® (Rituximab)
und Herceptin® (Trastuzumab)
sind die ersten überaus
erfolgreichen Bei-spiele für
therapeutische Antikörper in
der neuen Ära zielgerichteter
Krebstherapien mit mono-klonalen
Antikörpern. Bei
guter Verträglichkeit haben
sie durch ihre außergewöhnliche
Wirksamkeit vielen
Patientinnen und Patienten
trotz ihrer schweren Erkrankung
ein längeres Leben ermöglicht
und neue Therapiestandards
gesetzt“, meint
Max Hasmann, Preclinical
Science Leader der Life Cycle
Teams von Herceptin®
und Pertuzumab sowie Programm
Manager in der
Roche Pharmaforschung in
Penzberg (D). Und gibt weitere
Hoffnung für die Zukunft: „Mit Unterstützung
unserer Diagnostik sind wir
dabei, diese zielgerichteten
Therapien weiter zu verbessern
und neue punktgenaue
Therapien im Sinne einer
personalisierten Medizin zu
entwickeln. Erste Hinweise
zeigen bereits, dass wir in Zukunft
durch die Kombination
von zielgerichteten Antikörpertherapien
noch erfolgreicher
in der Bekämpfung
von Krebserkrankungen sein
werden!“
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